Jannah Theme License is not validated, Go to the theme options page to validate the license, You need a single license for each domain name.

Zugvögel in Deutschland: Storch gesehen? Bitte melden!

Ihr Klappern auf den Feldern war einst ein sicheres Zeichen dafür, dass der Frühling da war. Erst am Ende der kalten Jahreszeit kehrten die Weißstörche aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück. Heutzutage kann man sie auch in… sehen. Winter auf unseren Feldern und Wiesen. Offenbar ziehen viele von ihnen nicht mehr so ​​weit nach Süden. Als mögliche Ursache kommt mir sofort der Klimawandel in den Sinn. Aber ist die Erklärung wirklich so einfach?

Um genauer zu erforschen, wie viele Weißstörche nicht mehr wandern und warum, ruft die Umweltorganisation Nabu die Bürger nun dazu auf, drei Monate lang bei einer Winterstörchzählung mitzuhelfen. Das Citizen-Science-Projekt startet am 1. November und läuft bis zum 31. Januar 2024.

Wer einen Weißstorch entdeckt hat, kann ihn über ein Formular der Nabu-Naturgucker-Aktion melden. Die Naturschützer und Vogelbeobachter hinter dem Projekt sind auch an Sichtungen von Schwarzstörchen, Kranichen, Silberreihern und Graureihern interessiert.

Die Wanderrouten der in Deutschland brütenden Weißstörche verändern sich seit einigen Jahren. Wer wissen möchte, wohin Deutschlands Störche fliegen, kann einen Blick auf die Website des Bayerischen Landesverbandes für Vogel- und Naturschutz (LBV) werfen: Dort verfolgen Forscher die Route einiger Weißstörche, die einen Sender erhalten haben. In diesem Land leben west- und ostwandernde Störche. Da Langstreckensegler für ihre Reisen Aufwinde nutzen, die nur über Landmassen entstehen können, führen ihre Routen entweder im Westen oder im Osten um das Mittelmeer (Wissenschaftliche Berichte: Blas et al., 2020). Manche wählen eine Route über Gibraltar, andere fliegen über den Bosporus in ihr Winterquartier Afrika.

Was suchen Störche hier im Winter?

Finden die Zugvögel auch im Winter in Deutschland genug Futter, haben sie keinen Grund mehr, die anstrengende Weiterreise auf sich zu nehmen. „Störche, die jetzt in Freiburg beobachtet werden, haben möglicherweise im Spätsommer Dänemark verlassen und sind nicht weitergeflogen, weil sie hier schon die Nase voll haben“, sagt Bernd Petri vom Arbeitskreis Weißstorch des Naturschutzbundes (Nabu).

Wer Weißstörche vor seiner Haustür entdeckt, sollte sie nicht füttern, sagt Petri. „Störche brauchen unsere Hilfe nicht.“ Niedrige Temperaturen können den großen Vögeln mit ihrem dicken Gefieder kaum etwas anhaben. Dass sie meist im Winter in die Sahelzone ziehen, ist keine Flucht vor der eisigen Kälte, sondern vor dem Hunger. Weißstörche jagen von Natur aus Mäuse, Frösche, Eidechsen, Regenwürmer und Insekten. Im Winter halten die Tiere entweder Winterschlaf oder schlüpfen erst aus ihren Eiern, wenn der Frost vorüber ist.

Obwohl Störche von Geburt an die Richtung ihrer Wanderung wählen, hängt die Flugweite vom Nahrungsangebot ab. Vor allem westliche Migranten machen zunehmend Halt in Spanien und überwintern direkt auf der Iberischen Halbinsel (Wasservögel: Tortosa et al., 2002). „Diese Störche finden auf Mülldeponien so viele essbare Abfälle, dass sie damit problemlos den Winter überstehen“, sagt Ornithologe Petri. Diese Entwicklung hat allein in Spanien dazu geführt, dass sich die Bevölkerung seit den 1990er Jahren verdreifacht hat. Und auch Störche wandern von dort zu uns und nisten dann im Frühjahr in Deutschland. Der Zuwachs an Störchen in Spanien trägt dazu bei, dass auch in Deutschland die Weißstorchpopulation zunimmt: Den neuesten verfügbaren Zahlen zufolge brüteten im Jahr 2022 bundesweit rund 10.500 Brutpaare. Vor zehn Jahren waren es noch knapp über 5.000.

Das Ost-West-Verhältnis hat sich umgekehrt

Während vor rund zwanzig Jahren noch zwei Drittel der eindrucksvollen Nester auf Kirchtürmen, Masten und Scheunendächern der neuen Bundesländer zu finden waren und nur ein Drittel in Westdeutschland, ist es heute genau umgekehrt. Mit durchschnittlich 5,2 Vögeln pro 100 Quadratkilometer weist Baden-Württemberg nun vor Hessen (5,1) die höchste Storchendichte auf. Brandenburg landet nur auf dem dritten Platz (4,3). Eine Ausnahme bildet Hamburg mit einer Rekord-Storchendichte von 5,4 – der Stadtstaat beherbergt einfach besonders viele Störche auf kleinem Raum.

Vergleicht man die Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns mit der in Hessen, wird die Umkehrung des Ost-West-Verhältnisses besonders deutlich: Nach Angaben des Nabu brüteten im Jahr 2012 in Hessen 266 Weißstorchpaare und in Mecklenburg-Vorpommern 837. Zehn Jahre später gab es in Hessen bereits 1.075 Brutpaare und in Mecklenburg-Vorpommern nur noch 672. Während die westlichen Zugvögel, die auch eher im Westen Deutschlands brüten, insgesamt zunehmen, nehmen die Ostpopulationen, die ihre Nester fast immer in den alten Bundesländern haben, ab.


zeit De