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Wumms im All: NASA dem Mars-Meteoriteneinschlag so nah wie nie zuvor

Boom im Weltall
Die NASA ist dem Meteoriteneinschlag auf dem Mars so nah wie nie zuvor

Jedes weltrauminteressierte Kind weiß, dass Meteoriten gelegentlich andere Planeten treffen. Doch nun ist es der NASA mit Hilfe des DLR gelungen, ein solches Ereignis auf dem Mars präzise zu erfassen. Dabei erleben sie eine Überraschung.

Wissenschaftler haben zum ersten Mal überhaupt einen Meteoriteneinschlag auf einem anderen Planeten fotografiert und seismographiert. Der Einschlag erschütterte den Mars an Heiligabend 2021. Die Folgen überraschten menschliche Beobachter – denn Eis wurde unter der Marsoberfläche näher am Äquator entdeckt als je zuvor. Die im Fachblatt „Science“ beschriebene Beobachtung wurde von Forschern der US-Raumfahrtbehörde NASA gemacht. Beteiligt waren auch Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Die 2018 auf dem Mars gelandete Marssonde „InSight“ bemerkte am 24. Dezember 2021 ein starkes Erdbeben. Mit dem eingebauten Seismometer registrierte die Sonde Erschütterungen ähnlich der Stärke 4 auf der Erde. Fotos, die von der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA aufgenommen wurden, konnten bestätigen, dass dieses Zittern von einem Meteoriten kam. Diese hatte unabhängig von der Landesonde einen neuen Krater entdeckt, als sie etwa 24 Stunden später über die Einschlagstelle flog.

Der Krater, der 150 Meter breit und etwa 21 Meter tief ist, lag nach Angaben des Forscherteams nahe am Äquator des Mars. Der Aufprall legte auch Eisbrocken frei. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass der Meteorit eine Eisschicht freigelegt hat, die zuvor von der Marsoberfläche bedeckt war.

Der wärmste Ort, an dem Eis gefunden wurde

Ingrid Daubar von der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island war von den Aufnahmen des Eises überrascht. Sie leitet die wissenschaftliche Arbeitsgruppe für Auswirkungen bei „InSight“. „Dies ist der wärmste Ort auf dem Mars, der dem Äquator am nächsten ist, wo wir jemals Eis gefunden haben“, sagte sie auf einer Pressekonferenz. Diese Nähe des unterirdischen Eises zum Äquator könnte ein großer Vorteil für zukünftige bemannte Missionen zum Mars sein – denn sie könnte für die menschliche Ausbeutung genutzt werden.

„Wir wollen die Astronauten so nah wie möglich am Äquator landen“, sagte Lori Glaze, Leiterin der Planetenforschung bei der NASA. Dies ist wichtig, um die dort herrschenden wärmeren Temperaturen auszunutzen. „Dieses Eis könnte in Wasser, Sauerstoff oder Wasserstoff umgewandelt werden.“

Laut DLR wurde nach Analyse älterer Daten ein ähnliches Marsbeben entdeckt, das sich im September 2021 ereignete. Das entspricht einem etwa 100 Meter breiten Krater. Die beiden Veranstaltungen bieten laut DLR tiefere Einblicke in die Prozesse der Kraterbildung. Da der Einschlag im Dezember 2021 sowohl fotografisch als auch seismographisch aufgezeichnet wurde, ist es möglich, den Weg zu berechnen, auf dem die seismischen Wellen durch den Mars gewandert sind. Auf diese Weise ließe sich mehr über die Eigenschaften der Gesteine ​​entlang dieses Weges auf der Planetenkruste erfahren. Die Analyse von Meteoriteneinschlägen hilft, das Innere des Mars besser zu verstehen.

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