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WM in Katar – Deutsche Mannschaft protestiert mit Gruppenfoto gegen „One Love“-Entscheidung


Die Spieler der deutschen Mannschaft halten sich für das Foto vor dem WM-Spiel gegen Japan den Mund zu. (Christian Charisius / dpa / Christian Charisius)

Das „One Love“-Armband wurde als gemeinsame Aktion der Nationalmannschaften aus Deutschland, England, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Wales, Frankreich und Dänemark konzipiert. Nur die Kapitäne sollen die Armbinde tragen – als Symbol für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit in einem Land, in dem Homosexuelle strafrechtlich verfolgt werden können. Kurz vor WM-Beginn drohte die Fifa allerdings mit einer Bestrafung von Verbandsträgern bei der WM.

Statement auf Instagram: „Unsere Position steht“

Gegen diese Entscheidung protestierten die deutschen Nationalspieler nun auf dem Gruppenfoto. Alle elf wurden mit den Händen vor dem Mund fotografiert. Auf Instagram sagte der DFB: „Uns das Tragen von Verbänden zu verbieten, ist wie ein Mundverbot. Unsere Haltung steht.“ Mit der Bandage „One Love“ wollten sie ein Zeichen für Vielfalt und gegenseitigen Respekt setzen. Menschenrechte sind nicht verhandelbar.

Dänischer Fußballverband erklärt Druck der Fifa

Der Dänische Fußballverband (DBU) hat unterdessen erklärt, wie die Fifa Druck auf die Nationalmannschaften ausübte, um das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde zu verhindern. DBU-Funktionäre sprachen bei einer Pressekonferenz im WM-Stützpunkt des dänischen Teams in Al-Rajjan. Demnach soll die Fifa die europäischen Mannschaften am 21. November dringend um ein Treffen in der „One Love“-Kapitänsbinden-Frage gebeten haben. DBU-Direktor Jensen sagte: „Die Fifa ist ins englische Mannschaftshotel gekommen und hat deutlich gemacht, dass es sportliche Sanktionen geben wird, wenn jemand den Verband trägt. Mindestens eine Gelbe Karte.“

Keine Unterstützung mehr für Infantino

Sportdirektor Möller bezeichnete das Vorgehen des Weltverbandes als inakzeptabel. Der dänische Verband distanzierte sich entschieden von den Methoden der Fifa und werde Präsident Infantino ab sofort nicht mehr unterstützen. Die DBU hofft, bis zur Wiederwahl im März 2023 einen weiteren Kandidaten für die Schweizer zu finden, obwohl die Bewerbungsfrist laut Fifa bereits abgelaufen ist.

Diese Botschaft wurde am 24.11.2022 im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

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