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Wirtschaftsförderung GTAI: Deutlich weniger Auslandsinvestitionen


Wirtschaftsförderung GTAI: Deutlich weniger Auslandsinvestitionen

Stand: 5. Dezember 2023 10:46 Uhr

Bisher haben sich in diesem Jahr deutlich weniger ausländische Unternehmen in Deutschland niedergelassen als im Jahr 2022. Allerdings umfassten die angekündigten Investitionen mehrere milliardenschwere Großprojekte.

Im abgelaufenen Jahr siedelten sich deutlich weniger Unternehmen aus dem Ausland in Deutschland an. Die Bundeswirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) rechnet mit einem Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zu 2022, als rund 1.800 Neuansiedlungen und Erweiterungen gezählt wurden.

Nach Angaben des Unternehmens geht es Europas größter Volkswirtschaft weiterhin vergleichsweise gut: „Wir bleiben der gefragteste Standort in der Europäischen Union für ausländische Direktinvestitionen“, sagte GTAI-Geschäftsführer Achim Hartig. In anderen Ländern kam es zu stärkeren Rückgängen. In Frankreich und der Schweiz werden fast ein Viertel weniger Transaktionen erwartet.

Angesichts der zahlreichen geopolitischen Krisen würden sich viele Unternehmen lieber durch Übernahmen oder Fusionen in Deutschland engagieren, als direkt am eigenen Standort zu investieren.

BP, Eli Lilly und Apple investieren

„Es gibt weniger Projekte, aber ihre Qualität ist wieder gestiegen“, erklärte Hartig. Bisher wurden in diesem Jahr 16 Investitionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro zugesagt, davon sechs in Milliardenhöhe. Erst vor drei Wochen hatte der US-Pharmakonzern Eli Lilly angekündigt, rund 2,3 Milliarden Euro in ein neues Werk in Rheinland-Pfalz zu investieren. Doch die größte Investition kommt vom Energiekonzern BP, der 6,8 Milliarden Euro für zwei Windparks in der Nordsee ausgeben will.

Auch drei Rechenzentren in Berlin, Wustermark in Brandenburg und Hanau in Hessen sollen die Milliardengrenze überschreiten. Apple wiederum will sein europäisches Zentrum für Chipdesign in München massiv ausbauen und plant dafür eine Milliarde Euro auszugeben.

Hohe Energiepreise könnten abschreckend wirken

Ein großes Thema in Deutschland sei die Digitalisierung, die viele Investoren anziehe, sagte Hartig. Auch das Interesse ausländischer Unternehmen an Halbleitern, Batterierecycling und dem Ausbau erneuerbarer Energien nimmt zu. Die zunehmende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ist ein Standortvorteil für Deutschland.

Allerdings sind die Energiepreise im internationalen Vergleich nach wie vor recht hoch. „Deutschland war noch nie ein besonders günstiger Standort“, räumte Hartig ein. „Aber wir müssen an den Rahmenbedingungen arbeiten.“ Zudem gilt es, ausreichend Fachkräfte zu sichern.

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