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Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2022 – Auszeichnung für den Schriftsteller Jan Factor


Der Schriftsteller Jan Factor (Deutschlandradio / Britta Bürger)

Er erzählt sein Leben als „Idiot“, „aber wilder, übertriebener, radikaler, als man es sich hätte vorstellen können.“ Es entstand ein Werk von erstaunlicher Kraft.

In „Trottel“ setzt Jan Factor sein autobiografisches Schreibprojekt fort: Nachdem er 2010 seine Kindheit und Jugend in der kommunistischen Tschechoslowakei geschildert hat, erzählt er nun vom Leben eines jungen Mannes aus Prag, der Ende der 1970er Jahre aus Liebe in die DDR kam. Voller Wortspiele, atmosphärischer Beschreibungen und grotesker Szenen bietet es laut Jury einen ungewöhnlichen Bohème-Blick auf die viel diskutierte Welt der Ost-Berliner Bohème und der späten DDR.

„Tschechische und deutsche literarische Tradition verschmelzen faktorhaft. Formale Experimente verbinden sich mit exzessivem Witz, eingebettet in einen mitreißenden Erzählfluss.“ Der Kunstfaktor bewährt sich in der Konfrontation mit einer Lebenskatastrophe: Der Suizid des Sohnes wirkt als ständiger Kontrast in dieser Lebensgeschichte.

Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum und Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue überreichen Jan Factor am 6. November im Rahmen einer Matinee im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2022.

Mit der Verleihung des Preises ehren die Stadt Braunschweig und der Deutschlandfunk jedes Jahr ein erzählerisches Werk in deutscher Sprache. Mit dem Preis soll das bis zur Preisverleihung erschienene literarische Werk gewürdigt werden.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen Rainald Goetz, Jochen Mißfeldt, Ralf Rothmann, Wolf Haas, Katja Lange-Müller, Andreas Maier, Sibylle Lewitscharoff, Christian Kracht, Marion Poschmann, Thomas Hettche, Clemens J. Setz, Heinz Strunk, Petra Morsbach, Judith Schalansky, Norbert Scheuer, Christine Wunnicke und Gert Loschütz.

Diese Botschaft wurde am 27.09.2022 im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

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