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Wirtschaft und Börse

Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Globalisierung, Finanzkrise, Corona und exorbitante Energiekosten


75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie / Stabilisierung der Industrie als Kern der Wertschöpfung. Am Dienstag feierte die HessenChemie im Wiesbadener Kurhaus ihr 75-jähriges Bestehen.

Am 28. November 1947 trafen sich 51 Unternehmer zur konstituierenden Sitzung und gründeten in Wiesbaden den Arbeitgeberverband der chemischen und verwandten Industrien für das Land Hessen eV. Was in der chemischen Industrie zunächst als Gegenmacht zur Gewerkschaft verstanden wurde, entwickelte sich über die Jahrzehnte zur heute in der Branche bewährten Sozialpartnerschaft.

Neben dem hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Unternehmen, Verbänden und der IGBCE Hessen-Thüringen Teil der Feierstunde.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten würdigte der hessische Ministerpräsident die Leistungen und Innovationskraft der chemisch-pharmazeutischen Industrie und machte deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort deutlich: „Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist unser wirtschaftliches Herzstück in Hessen – als Branche mit den umsatzstärksten, größten Arbeitgeber und einen der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas in Frankfurt-Höchst. Wir werden alles tun, um ihn zu erhalten und zu stärken. Wenn wir gut und sicher durch die aktuellen Krisen kommen wollen, haben wir das getan unsere wichtigste Branche zu schützen“, sagte Rhein am Dienstag in Wiesbaden. Die Landesregierung engagiert sich sehr für die lokale Gesundheits- und Pharmaindustrie. Im Mittelpunkt steht die deutschlandweit einzigartige Initiative der Gesundheitswirtschaft.

Der Ministerpräsident dankte vor allem der chemisch-pharmazeutischen Industrie für ihre Verdienste während der Corona-Pandemie. „Die Gesundheitsindustrie hat uns weltweit aus der Patsche geholfen. Ohne einen Impfstoff und dessen Massenverfügbarkeit hätten wir in Hessen die Isolationspflicht nicht aufheben und einen weiteren Schritt in Richtung Normalität gehen können“, sagte Rhein.

Der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes HessenChemie und Geschäftsführer Personal und Organisation der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Oliver Coenenberg, ging auf die derzeit schwierige Situation in der Branche ein: „Gerade im Mittelstand sind Unternehmer gefragt bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, und das vor allem wegen der exorbitant gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, deshalb brauchen wir die Gas- und Strompreisbremse für die Industrie so schnell und unbürokratisch wie möglich, um bleibende Schäden an unserer grundgesunden Gesundheit zu vermeiden industrielle Struktur.“ Coenenberg kritisierte, „dass der aktuelle Gesetzesentwurf in wesentlichen Punkten hinter den Empfehlungen der Sachverständigenkommission Gas und Wärme zurückbleibt“.

Mit Blick auf die Transformation gilt es zudem, Genehmigungsverfahren schnell und effizient zu gestalten und zusätzliche Belastungen und Hürden für Arbeitgeber zu vermeiden. Zugleich betonte Coenenberg das Angebot zum Dialog mit der Landesregierung: „Wir würden uns gerne für den geplanten Transformationsgipfel engagieren.“

Im Vorfeld der 14. Wiesbadener Sozialpolitischen Gespräche ging es nicht nur um die Entwicklung der Chemie-Sozialpartnerschaft, sondern vor allem um den Wandel der Arbeitswelt in den letzten 75 Jahren und zukünftige Anforderungen.

Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes Chemische Industrie (BAVC), betonte in seiner Rede die Wandlungsfähigkeit der Branche. Mit Blick auf die Herausforderungen der Transformation sagte er: „Wir können zuversichtlich sein, wenn wir die notwendigen Veränderungen offensiv angehen.“ Arbeitgeber müssen bei sich selbst anfangen und eine Kultur des Wandels fördern. Er forderte die Politik auf, die Industrie als Kern der Wertschöpfung kurzfristig zu stabilisieren, aber vor allem mittelfristig Wachstumskräfte in der Wirtschaft freizusetzen.

Über HessenChemie

Der Arbeitgeberverband HessenChemie vereint 310 Mitgliedsunternehmen mit 105.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie sowie einige branchennahe Dienstleistungsunternehmen. Derzeit werden rund 4.500 Menschen in den Mitgliedsunternehmen ausgebildet. Die HessenChemie vertritt die tariflichen und gesellschaftspolitischen Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Gewerkschaften, Politik und Öffentlichkeit.

Pressekontakt:

Arbeitgeberverband Chemie
verwandte Branchen für das Land Hessen eV
Jürgen Funk, Sprecher
Telefon 0611/7106-49
Murnaustraße 12, 65189 Wiesbaden
E-Mail: funk@hessenchemie.de
Internet: www.hessenchemie.de

Originalinhalt von: Arbeitgeberverband HessenChemie übermittelt durch news aktuell

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