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Wie steht es um die Energieversorgung der Europäischen Union im nächsten Winter?  Fatih Birol, Chef


Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) droht der EU im kommenden Winter eine Gasknappheit. „Nächstes Jahr – 2023 – könnte deutlich schwieriger werden als dieses Jahr“, sagte IEA-Chef Fatih Birol am Montag nach Gesprächen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Er erklärte, dass die Umstände, die es den EU-Ländern ermöglicht hätten, ihre Läden vor diesem Winter aufzufüllen, möglicherweise nächstes Jahr vorbei sein könnten.

So könnte Russland seine verbleibenden Lieferungen stoppen und das weltweite Angebot an verflüssigtem Erdgas (LNG) könnte knapp werden – insbesondere, wenn die Nachfrage in China laut einem IEA-Bericht wieder anzieht. Zudem kann man sich nicht auf ähnlich milde Temperaturen wie in dieser Jahreszeit verlassen. Laut IEA könnten den EU-Staaten dadurch rund 30 Milliarden Kubikmeter Gas fehlen. Insgesamt benötigt die EU also im nächsten Jahr fast 400 Milliarden Kubikmeter Gas.

„Die Vorbereitung auf den Winter 2023/2024 beginnt jetzt“, sagte von der Leyen. Dazu muss Europa seine Anstrengungen unter anderem beim gemeinsamen Gaseinkauf und beim Ausbau erneuerbarer Energien verstärken. Von der Leyen forderte die EU-Staaten auf, entsprechenden Gesetzesvorhaben zuzustimmen.

Die IEA rät zudem, bestehende Programme zur Förderung der Energieeffizienz auszubauen – etwa Zuschüsse für Renovierungen. Außerdem sollen Projekte mit erneuerbaren Energien schneller genehmigt und beispielsweise Wärmepumpen finanziell unterstützt werden. Es muss bessere und mehr Kampagnen zum Energiesparen geben. Schließlich könnte die EU Ländern wie Algerien oder Ägypten Geld geben, um überschüssiges Gas nicht abzufackeln, sondern zu sammeln und in die EU zu importieren. Diese zusätzlichen Maßnahmen würden laut Birol rund 100 Milliarden Euro kosten.