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Wer sitzt 2023 im zweiten Haas?: Der TV-Experte, der Schumacher verdrängen will

Wer sitzt 2023 im zweiten Haas?
Der TV-Experte, der Schumacher verdrängen will

Nico Hülkenberg ist seit 2019 kein Stammfahrer mehr in der Formel 1, sondern arbeitet nur noch als Aushilfskraft. Er zeigt Klasse – seine Situation passt aber auch zur wechselhaften Karriere. Das könnte jetzt eine letzte Chance sein. Auf Kosten von Mick Schumacher.

Ziemlich genau zwölf Jahre ist es her, seit Nico Hülkenberg in der Formel 1 der Durchbruch gelungen zu sein schien. São Paulo, Brasilien, 6. November 2010, es regnet. Hülkenberg bestreitet sein erstes Jahr in der Formel 1, er kam als Titelgewinner an die Spitze des Motorsports: Sieger der A1-Serie (2007), Sieger der Formel-3-Euroserie (2008), GP2-Meister (2009).

Und dann dieses Meisterwerk in Brasilien bei Williams. Die Pole in seinem 18. Formel-1-Rennen. Doch danach lief für den gebürtigen Emmericher, der nun womöglich sein Comeback feiert, vieles nicht mehr so ​​rund und geradlinig wie zuvor. Etwas, das in den letzten anderthalb Jahrzehnten Weltmeistern wie Kimi Räikkönen, Fernando Alonso und vor allem Michael Schumacher vorbehalten war.

Nico Hülkenberg wird als heißer Kandidat für den Platz seines Sohnes Mick Schumacher bei Haas gehandelt. Jetzt 35 Jahre alt, seit Ende 2019 und damit seit drei Jahren kein Stammfahrer mehr in der Formel 1, verheiratet und Vater einer kleinen Tochter – aber laut Haas-Teamchef Günther Steiner immer noch mit dem Feuer für die Formel 1 in sich. „Ich denke schon, sonst würden wir uns nicht unterhalten, oder?!“ Sagte er kürzlich, als er auch den Kontakt zu Hülkenberg – Spitzname Hulk – bestätigte.

Hülkenberg selbst, auch häufig als TV-Experte im Einsatz, hält sich derzeit im Hintergrund, wenn es um eine mögliche Rückkehr im kommenden Jahr geht. Während für Mick Schumacher jedes der letzten Rennen in diesem Jahr und seiner zweiten Saison ein großer Bewerbungstest sein wird, kann Hülkenberg mit 181 Grand-Prix-Starts – ohne es aber jemals aufs Podest geschafft zu haben – eine Negativbilanz vorweisen, mit der auch Hülkenberg leben muss .

Hülkenberg will wieder Formel 1 fahren

Trotzdem wurden Hülkenbergs Qualitäten immer hoch geschätzt. Sogar Ferrari hatte sie einmal kontaktiert. „Ich denke, es gab noch eine ganze Weile eine realistische Chance“, sagte Hülkenberg einmal in einem Podcast. „Aber dazu ist es leider nicht gekommen.“

Denn seine Karriere nahm immer neue, aber nicht immer bessere Wendungen. Bei Williams war trotz Pole Ende 2010 schon Schluss. Mehr als ein Job als Ersatzfahrer bei Force India für 2011 sprang nicht heraus. 2012 wurde er Stammfahrer, wechselte aber ein Jahr später zu Sauber. Nur ein Zwischenspiel, nach einer Saison kehrte er 2014 zu Force India zurück und blieb weitere drei Jahre beim Rennstall. 2017 wurde Hülkenberg erneut für drei Jahre von Renault eingestellt. Danach gab es weder dort noch anderswo einen neuen Vertrag.

Mit seinen starken temporären Einsätzen für die Force-India-Nachfolger Racing Point 2020 und Aston Martin 2022 hielt er Kontakt und zeigte: Er liefert, auch wenn er spontan gefragt wird und den Anruf erst 24 Stunden vorher im Bett entgegennimmt.

Wie lange Haas ihn binden würde – offen. Ob sich Haas überhaupt für ihn entscheidet – offen. Nach seinem Einsatz als offizieller Aston-Martin-Reservefahrer für Sebastian Vettel, der wegen einer Corona-Infektion an den ersten beiden Saisonrennen nicht teilnehmen konnte, betonte Hülkenberg, dass er auf jeden Fall zurückkommen wolle, wenn sich eine gute Gelegenheit ergäbe. Leidtragender könnte Mick Schumacher sein.

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