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Wegen Steuerhinterziehung: Sternekoch Schuhbeck muss ins Gefängnis


Stand: 27.10.2022 15:42 Uhr

Das Landgericht München hat Fernsehkoch Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Auch Schuhbeck muss einen Millionenbetrag zurückzahlen.

Der aus vielen Fernsehsendungen bekannte Koch Alfons Schuhbeck muss wegen Steuerhinterziehung für drei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Das Landgericht München I sah es als erwiesen an, dass Schuhbeck Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hatte. Der Mitangeklagte wurde wegen Beihilfe zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Gericht blieb bei Schuhbeck unter Forderungen der Staatsanwaltschaft, die vier Jahre und zwei Monate gefordert hatte. Schuhbecks Verteidiger hatten für eine Bewährungsstrafe plädiert. Auch für den Mitangeklagten hatte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe gefordert.

2,3 Millionen Euro Steuerschulden

Die Staatsanwaltschaft hatte Schuhbeck vorgeworfen, mit einem Computerprogramm Einnahmen am Finanzamt vorbeigeschmuggelt zu haben. Insgesamt sind es mehr als 2,3 Millionen Euro an Steuern, die Schuhbeck zwischen 2009 und 2015 im „Orlando“ und den „Südtiroler Stuben“ hinterzogen haben soll.

Schuhbeck in seinem letzten Wort vor Gericht: „Ich weiß, dass ich falsch gehandelt habe.“ Er kann das nicht mehr ändern, aber versuchen, den Schaden zu reparieren und Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

An konkrete Ereignisse kann sich Schuhbeck nicht erinnern

Zuvor hatten Schuhbecks Mitarbeiter auch einen Brief an das Gericht geschickt, das ihn ebenfalls verlesen hatte. Der Gastronom hatte die Vorwürfe weitgehend eingeräumt, gab aber an, sich an konkrete Vorkommnisse und Summen nicht erinnern zu können. Er bat das Gericht, ihm zu glauben, „dass die Höhe der stornierten Rechnungen in den ‚Südtiroler Stuben‘ nicht so hoch war, wie mir bisher vorgeworfen wurde“.

Die Behörden gehen davon aus, dass mehr als 1.000 Rechnungsnummern verschwunden sind. Allerdings hatte Schuhbeck auch von technischen Schwierigkeiten bei der Eingabe der Rechnungen berichtet. Er habe das Gericht „dringend“ gebeten, „die Höhe der stornierten Rechnungen kritisch zu prüfen“, räumte aber gleichzeitig ein: „Leider kann ich dafür keine weiteren Unterlagen mehr vorlegen.“

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