Skip to content
Warnung vor Lieferengpässen bei Durchfallmedikamenten


  1. tz
  2. Welt

Erstellt:

Teilt

Das Durchfall-Medikament „Elotrans“ ist sehr gefragt. © Lena Lachnit/dpa

Ein Hype im Internet um Elotrans führt zu leeren Regalen in Apotheken. Der Apothekerverband warnt vor Leichtsinn. Wem nach der Weihnachtsfeier der Kopf dröhnt, der kann auf Alternativen zurückgreifen.

Berlin – Der Apothekerverband warnt vor Engpässen beim Durchfallmedikament Elotrans. Vor kurzem gab es in den sozialen Medien einen Anti-Kater-Hype um die Droge.

„Es gibt einen Lieferengpass, weil die Nachfrage so groß ist“, erklärt Stefan Fink, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Das Medikament sei derzeit bei vielen Großhändlern nicht erhältlich, sagt Fink. Die Folge: In mehreren Apotheken sind die Elotrans-Regale leer, auch online ist das Medikament meist ausverkauft.

Wird als Anti-Kater-Mittel verwendet

Seit Monaten wird das rezeptfreie Medikament des hessischen Pharmakonzerns Stada in den sozialen Medien als Mittel gegen Kater gehandelt. In den Kommentaren auf dem Elotrans-Instagram-Account und in den Rezensionen von Online-Shops ist oft von einer Einnahme vor oder während einer Partynacht die Rede.

Das Problem der Lieferschwierigkeiten habe im Sommer die Apotheken getroffen, sagt Fink. Der ABDA-Vorstand führt dies auf den Hype im Internet zurück: „Es scheint wirklich eine starke Verbindung zu geben.“ Die hohe Nachfrage hat wiederum zu Lieferengpässen geführt. Zuletzt hatte er im August die Gelegenheit, eine größere Menge Elotrans für seine Apotheke zu kaufen. Vor einigen Wochen versprach der Hersteller auf dem eigenen Instagram-Account, an der Erweiterung der Produktionskapazitäten zu arbeiten.

Da das Medikament einen anderen Zweck hat als den Kater zu bekämpfen, fordert der Apotheker mehr Aufklärung. Als Anwendungsbeispiele nennt Fink Säuglinge und Kleinkinder mit schweren Durchfallerkrankungen oder Fernreisende, die sich schützen wollen. Wer hingegen Alkohol trinkt, sollte ihn mit mineralstoffhaltigen Getränken wie Apfelsaft ausgleichen. „Es ist nicht notwendig, Arzneimittel für Säuglinge wegzukaufen“, so Fink. dpa