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„Viele Mitglieder getötet“: Ukraine meldet Angriff auf Hotel mit „Wagner“-Söldnern

„Viele Mitglieder getötet“
Ukraine meldet Angriff auf Hotel mit „Wagner“-Söldnern

Die Söldnergruppe „Wagner“ gilt als Russlands „Schattenarmee“. Auch im Ukrainekrieg spielte die Spezialeinheit eine besondere Rolle. Nun hätte der privilegierte Status ihrer Kämpfer ihnen zum Verhängnis werden können.

Nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk haben ukrainische Streitkräfte ein Hotel in der Stadt Kadivka angegriffen, in dem Mitglieder der privaten russischen Söldnergruppe „Wagner“ untergebracht waren. Viele Mitglieder der Gruppe seien bei dem Angriff getötet worden, sagte Serhiy Gaidai in einem TV-Interview mit dem ukrainischen Fernsehen. Aus dem russischen Verteidigungsministerium lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Nach ukrainischen Angaben ist die Gruppe ein wichtiger Bestandteil der neuen russischen Kriegstaktik. Anstelle von Angriffen größerer Einheiten wurden nun Angriffe von kleineren Gruppen durchgeführt, vor allem von der Söldnereinheit „Wagner“, unterstützt durch Rohr- und Raketenartillerie.

Nach Berichten des russischen Online-Mediums „Sota“ soll in der russischen Armee eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft herrschen. Tschetschenische Einheiten und andere Elitetruppen leben in Hotels, während einfache Soldaten in Kasernen unter entsetzlichen Bedingungen untergebracht sind, zitierte die Zeitung die Frau eines Soldaten. Es bleibt jedoch unklar, wie weit seine Kritik innerhalb anderer Einheiten der russischen Armee verbreitet ist.

Prigoschin hat die Einstellungskriterien gelockert

Die Söldnergruppe „Wagner“ gilt als Russlands „Schattenarmee“, ihre Kämpfer sind unter anderem in der Ukraine und in Afrika im Einsatz. Den Söldnern werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter Folter und gezielte Tötungen.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums hat der Krieg in der Ukraine die Zahl der Söldnergruppen stark reduziert. Demnach hat „Wagner“ die strengen Einstellungskriterien deutlich abgeschwächt. Zuletzt schlug Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in einem Online-Post vor, die Gruppe werde nun auch Häftlinge mit schweren Erkrankungen wie Hepatitis C rekrutieren.