Deutschland Nachrichten

Vergewaltigungsvorwurf: Carroll verklagt Trump erneut


Stand: 24.11.2022 22:24 Uhr

Der US-Autor Carroll klagt erneut gegen Ex-US-Präsident Trump und fordert Schadensersatz. Sie wirft ihm vor, sie Mitte der 1990er Jahre in einem Kaufhaus vergewaltigt zu haben. Trump hat den Vorwurf wiederholt zurückgewiesen.

US-Kolumnist E. Jean Carroll hat Ex-Präsident Donald Trump wegen Vergewaltigungsvorwürfen verklagt. Carrolls Anwälte forderten unter anderem Schadensersatz in der Klage wegen angeblicher Personen- und Rufschädigung, die vor einem Gericht in Manhattan eingereicht wurde. Der 78-Jährige warf Trump vor, sie 1995 in einem New Yorker Kaufhaus vergewaltigt zu haben.

Ein neues Gesetz, das am Donnerstag im Bundesstaat New York in Kraft getreten ist, macht es ihr nun möglich, die neue Klage zu verfolgen. Laut Gesetz können mutmaßliche Vergewaltigungsopfer mutmaßliche Täter ungeachtet der Verjährungsfrist auf Schadensersatz verklagen. Bisher konnte sie den Ex-Präsidenten nur wegen Verleumdung verklagen, weil die mutmaßliche Tat verjährt war.

Trump: Sie lügt „total“

Carroll und Trump stehen seit 2019 wegen Verleumdungsvorwürfen vor Gericht. Trump hat die Vorwürfe zuvor bestritten und gesagt, der ehemalige Kolumnist des Elle-Magazins habe „total gelogen“. Er fügte hinzu: “Sie ist nicht mein Typ.” Er warf ihr auch vor, nur ihr neues Buch verkaufen zu wollen.

Carroll verklagte daraufhin Trump, weil er sie als Lügnerin dargestellt und damit diffamiert habe. Im Oktober musste Trump im Prozess unter Eid aussagen. Die Anhörung wurde dann jedoch von einem Berufungsgericht ausgesetzt, weil Richter klären mussten, ob Trump vor rechtlichen Konsequenzen für Äußerungen geschützt war, die er während seiner Präsidentschaft von 2017 bis 2021 gemacht hatte.

Seitdem ist es Trump immer wieder gelungen, den Prozess zu verzögern. Trumps Anwältin Alina Habba sagte gegenüber AFP, dass sie Menschen respektiere und bewundere, die sich zu Wort melden. Allerdings stellt dieser Fall „leider eine missbräuchliche Aneignung des Gesetzes dar, die einen schwerwiegenden Präzedenzfall schafft und die Gefahr birgt, die Glaubwürdigkeit der tatsächlichen Opfer zu delegitimieren“.

Carroll hatte über 20 Jahre geschwiegen, bevor sie ihre Geschichte 2019 in einem Buch niederschrieb – ermutigt durch die 2017 gestartete #MeToo-Bewegung gegen Gewalt gegen Frauen.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"