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Elektronische Gesundheitskarte

Die Bundesregierung hat die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, um den Ländern die Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge mit geringem Verwaltungsaufwand zu erleichtern. Der Leistungsumfang und die Finanzierung der medizinischen Versorgung erfolgen weiterhin im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG). Einige Länder haben bereits die elektronische Gesundheitskarte für Asylsuchende eingeführt.

psychotherapeutische Behandlung

Die Menschen, die zu uns kommen, haben in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht oft schwerste physische und psychische Gewalt erlebt. Sie sind oft traumatisiert. Allerdings entwickelt nicht jeder, der einer potenziell traumatisierenden Erfahrung ausgesetzt war, eine psychische Erkrankung. Eine Diagnose kann in einem sehr frühen Stadium gestellt werden. Die Therapie wird dann von Spezialärzten oder in speziellen Behandlungszentren durchgeführt.

Die medizinische und psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen ist Sache der Länder. Der Bund unterstützt sie und trägt mit gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung bei. So hat das Bundesgesundheitsministerium geregelt, dass durch Ergänzung der Approbationsordnung für Vertragsärzte in vielen Ländern neben der psychotherapeutischen Versorgung auch psychosoziale Behandlungszentren und speziell ausgebildete Therapeuten zugelassen werden. Dies ist wichtig, da diese Maßnahme eine konsequente Behandlung sicherstellt. Patienten müssen also nach Abschluss des Asylverfahrens nicht den Therapeuten wechseln oder erhalten nach 15 Monaten Leistungen auf GKV-Niveau. Darüber hinaus stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Darüber hinaus hat auch die Bundesregierung reagiert, indem sie Traumazentren finanziell unterstützt und eine Reihe von Projekten und Veranstaltungen finanziert und durchgeführt hat.

Im Mai 2016 förderte das Bundesministerium für Gesundheit einen Workshop des gemeinnützigen Vereins „Aktion Psychisch Kranke eV“ in Kooperation mit einschlägigen Fachgesellschaften, der Bundeskammer der Psychotherapeuten, UNICEF und der Deutschen Traumastiftung speziell zum Thema der psychische Gesundheit von nach Deutschland geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Der Workshop fand unter Beteiligung von Vertretern des Bundes und der Länder sowie zahlreichen weiteren Akteuren statt, um die bestehenden Herausforderungen und Lösungsansätze in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen zu diskutieren.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellen eine Gruppe von Menschen dar, die in Bezug auf ihre psychische Gesundheit besonders sensibel sind. Das Bundesgesundheitsministerium fördert ein Modellprojekt am Universitätsklinikum Münster, das sich mit der Einrichtung und Evaluation einer Psychiatrischen Ambulanz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge befasst.

Insgesamt besteht zu diesen Themen ein enger Austausch mit den Bundesländern, Sozialversicherungsträgern, Berufsverbänden, Nichtregierungsorganisationen und weiteren Vertretern der Zivilgesellschaft. Erkenntnisse aus den durchgeführten Pilotprojekten werden in die weitere Politikgestaltung einfließen.

Impfschutz

Um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, ist ein ausreichender Impfschutz notwendig. Für die Impfung von Flüchtlingen wurde ein bundesweiter Standard eingeführt. Die zuständigen lokalen Behörden sorgen auch dafür, dass Asylsuchenden frühzeitig die notwendigen Impfungen angeboten werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Gruppe der Asylsuchenden frühzeitig einen der Allgemeinbevölkerung vergleichbaren Impfschutz hat.

Das Robert Koch-Institut (RKI) unterstützt die Bundesländer laufend mit Beratung und wissenschaftlicher Expertise. In Abstimmung mit ihnen und der Ständigen Impfkommission (STIKO) hat das RKI ein Konzept zur Durchführung von Frühimpfungen für Asylbewerber nach der Ankunft in Deutschland entwickelt. Auf diese Weise soll ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Impfung von Flüchtlingen erreicht werden.

Flüchtlinge mit medizinischen Fähigkeiten

Geflüchtete mit medizinischen Kenntnissen können aufgrund ihrer Sprachkenntnisse eine sehr wichtige Hilfe bei der Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen sein. Daher wurde die Möglichkeit geschaffen, dass Asylsuchende mit entsprechender Ausbildung als medizinische Helfer in den Aufnahmeeinrichtungen eingesetzt werden können.

Gesundheitsratgeber für Asylsuchende

Der in 7 Sprachen übersetzte Gesundheitsratgeber für Asylsuchende in Deutschland gibt einen ersten bundesweit einheitlichen Überblick über das deutsche Gesundheitssystem und Untersuchungen in Aufnahmeeinrichtungen in Leichter Sprache. Der Ratgeber enthält allgemeine Informationen zur Gesundheitsvorsorge und praktische Tipps zum Schutz vor Krankheiten und Infektionen.