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Twitter-Konten: Musk will gesperrte Nutzer entsperren


Stand: 24.11.2022 23:54 Uhr

Twitter-Besitzer Musk plant offenbar eine generelle „Amnestie“ für gesperrte Twitter-Accounts. Er kündigte auf Twitter an, dass er nächste Woche bestimmte gesperrte Profile entsperren möchte. Experten befürchten eine Zunahme von Hassreden.

Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk hat angekündigt, in der kommenden Woche Accounts des Kurznachrichtendienstes grundsätzlich wieder entsperren zu wollen. Ausgeschlossen werden laut Musk Accounts von Nutzern, die gegen Gesetze verstoßen haben oder für „empörenden Spam“ verantwortlich sind.

Musk: „Die Leute haben gesprochen“

Zuvor hatte der neue Firmeninhaber Nutzer darüber abstimmen lassen, ob es eine „Generalamnestie“ für gesperrte Accounts geben soll, wenn diese nicht gegen Gesetze verstoßen oder Spam-Nachrichten verbreiten. Eine Mehrheit der 3,1 Millionen teilnehmenden Nutzer sprach sich für eine Reaktivierung der Profile aus. In der Twitter-Umfrage stimmten 72,4 Prozent für die Entsperrung und 27,6 Prozent dagegen. Nach neuesten Informationen hat Twitter täglich mehr als 230 Millionen aktive Nutzer.

Musk twitterte später: „Die Leute haben gesprochen. Die Amnestie beginnt nächste Woche.“ Online-Sicherheitsexperten erwarteten als Folge eine Zunahme von Belästigungen, Hassreden und Fehlinformationen im Netzwerk.

Twitter-Umfragen nicht repräsentativ

Die Ergebnisse von Umfragen wie der von Musk gestarteten sind nicht repräsentativ – sie lassen sich mit Hilfe sogenannter Bots leicht beeinflussen. Es ist daher unklar, ob und wie viele Stimmen von solchen automatisierten Konten abgegeben wurden.

Zudem kündigte Musk Ende Oktober an, einen Rat zum Umgang mit kontroversen Inhalten zu bilden, bevor Twitter-Accounts reaktiviert werden. Vergangene Woche hatte der Tech-Milliardär allerdings den Account des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ohne Gremium freischalten lassen – auch nach einer Nutzerbefragung.

Trump wurde im Januar 2021 von Twitter verbannt. Am 6. Januar drückte er sein Mitgefühl für seine Anhänger aus, die den Sitz des US-Parlaments gestürmt hatten.

Musk hat Twitter Ende Oktober für rund 44 Milliarden Dollar gekauft und seitdem zahlreiche Mitarbeiter gefeuert. Seit der Übernahme kämpft das Unternehmen unter anderem mit der Zurückhaltung großer Werbekunden. Die Werbeeinnahmen machten zuletzt rund 90 Prozent des Umsatzes aus.

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