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Türkischer Präsident: Erdogan deutet Endkandidatur an


Stand: 11.12.2022 16:45 Uhr

Der AKP-Politiker Erdogan ist seit fast 20 Jahren in der Türkei an der Macht – zunächst als Ministerpräsident und seit 2014 als Präsident. Nun hat der 68-Jährige versprochen, nächstes Jahr zum letzten Mal zu kandidieren.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angedeutet, dass er bei einem Wahlsieg 2023 nur noch eine Amtszeit an der Staatsspitze bleiben und danach nicht mehr kandidieren wird. Bei einem Auftritt in der nordtürkischen Stadt Samsun sagte der 68-Jährige, er werde nächstes Jahr ein „letztes Mal“ um die Unterstützung der Nation bitten. Danach wird er an jüngere Politiker übergeben.

Beobachter interpretierten diese Äußerungen oft als Ankündigung Erdogans, bei der Wahl 2023 zum letzten Mal antreten zu wollen. Mit seiner islamisch-konservativen Partei AKP hofft Erdogan auf Erfolge bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die spätestens im Juni 2023 stattfinden.

Angesichts einer offiziellen Inflationsrate von über 80 Prozent steht der Präsident allerdings unter erheblichem Druck. Einer Umfrage vom November zufolge verfügen derzeit weder eine Koalition aus sechs Oppositionsparteien noch die AKP mit ihrem Partner, der ultranationalistischen Partei MHP, über eine absolute Mehrheit. Ein Sieg Erdogans bei der gleichzeitig stattfindenden Präsidentschaftswahl ist daher alles andere als sicher.

Die Opposition hat noch keinen Kandidaten nominiert

Die sechs Oppositionsparteien, darunter die Mitte-Links-CHP, haben sich zusammengeschlossen, um Erdogan abzulösen. Das Bündnis hat noch keinen Präsidentschaftskandidaten bekannt gegeben.

Erdogan ist seit fast 20 Jahren an der Macht – zunächst als Ministerpräsident und seit 2014 als Präsident. Vor fünf Jahren wurde das parlamentarische System in einem Referendum durch ein präsidentielles System ersetzt – seitdem hat der Präsident deutlich mehr Befugnisse.