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Teure Kredite: Zinsbelastung bei Studienkrediten steigt fast um das Dreifache

Teure Kredite
Die Zinsbelastung für Studienkredite steigt fast um das Dreifache

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Anfang Oktober hat die staatliche Förderbank KfW den Zinssatz für Studienkredite deutlich erhöht. Derzeit liegt sie bei rund neun Prozent. Was das in Zahlen bedeutet und wie viel die Empfänger im Schnitt zurückzahlen müssen, geht aus einer Anfrage der Linken hervor.

Im Durchschnitt zahlen Kreditnehmer für einen KfW-Studienkredit fast dreimal so viel Zinsen pro Monat wie noch vor fünf Jahren. Das zeigen Daten der Landesförderbank, die das Bundesbildungsministerium auf Anfrage der Linken veröffentlicht hat. Im Jahr 2018 lag die durchschnittliche monatliche Zinszahlung bei etwa 32 Euro, mittlerweile sind es etwa 80 Euro.

Im Durchschnitt zahlten Kreditnehmer bei vollständiger Rückzahlung ihres Studienkredits im Jahr 2013 insgesamt 1.300 Euro Zinsen; jetzt sind es 2.700 Euro. Das Ministerium wies darauf hin, dass die Höhe auch von der gewählten Laufzeit und der Höhe des Kredits abhänge. Bis 2021 gab es eher kurzfristige Kredite. Allerdings sind auch die KfW-Studienkredite selbst deutlich teurer geworden. Im Oktober 2021 lag der Zinssatz noch bei 3,76 Prozent. Zuletzt erhöhte die KfW ihn am 1. Oktober auf 9,01 Prozent und begründete dies mit der Anhebung des europäischen Referenzzinssatzes Euribor.

Immer weniger Kredite werden beantragt

Die Auszahlung eines KfW-Studienkredits erfolgt nicht pauschal, sondern monatlich. Es gibt maximal 650 Euro pro Monat für maximal 14 Semester. Der Höchstbetrag beträgt somit 54.600 Euro. Nach der letzten Zahlung beginnt eine 18-monatige Wartefrist, an die sich die Rückzahlungsphase anschließt. Für die Rückzahlung stehen maximal 25 Jahre zur Verfügung. Zinsen werden in der Regel über den gesamten Zeitraum von der Auszahlungsphase bis zur Rückzahlungsphase fällig. Der Antwort der Regierung zufolge befanden sich am 8. November fast 40.000 Menschen in der Zahlungsphase und 40.000 in der Wartephase, und 176.000 zahlten ihre Kredite ab.

Die Zahl der beantragten Kredite ging deutlich zurück. Im laufenden Jahr wurden bis Anfang November rund 8.800 Anträge für einen KfW-Studienkredit gestellt, im vergangenen Jahr waren es 16.600 und im Jahr davor waren es sogar 24.800 Anträge. Allerdings hat der Bund in der Corona-Zeit zwischen Mai 2020 und September 2022 als Entlastungsmaßnahme auch einen Teil der Zinsen übernommen.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Nicole Gohlke kritisierte die Entwicklung: „Stoppen Sie den Zinswahnsinn und geben Sie uns ein Instrument, das funktioniert: Das Bafög muss so gestaltet werden, dass es schnellstmöglich einen existenzsichernden Lohn sichert“, sagte sie mit Blick auf die Entwicklung Zahlen. Der KfW-Studienkredit ist für viele nicht nur unattraktiv geworden, sondern auch als Instrument veraltet und mittlerweile nur noch eine Abzocke.


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