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Tennis: Deutsches Davis-Cup-Team verpasst Halbfinale – 1:2 gegen Kanada


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Deutsches Davis-Cup-Team verpasst Halbfinale – 1:2 gegen Kanada

Tim Pütz (r) und Kevin Krawietz in Aktion. Foto

© Frank Molter/dpa

Die deutschen Hoffnungen auf das zweite Davis-Cup-Halbfinale in Folge sind dahin. Das Herrentennis hat sich ohne Alexander Zverev einen großen Kampf geliefert. Eine Serie bricht ab.

Das deutsche Davis-Cup-Team verpasste den Überraschungscoup gegen Kanada und muss weiter auf den ersten Titel seit 1993 im prestigeträchtigen Nationenwettbewerb warten. Das Team von Teamchef Michael Kohlmann unterlag am Freitagabend in Málaga dem favorisierten Kanadier mit 1:2.

Die zuvor im Davis Cup ungeschlagene Paarung Kevin Krawietz/Tim Pütz verlor im entscheidenden Doppel. Im ersten Spiel des Abends brachte Jan-Lennard Struff die Deutschen in Führung, Oscar Otte verpasste daraufhin seinen ersten Sieg für Schwarz-Rot-Gold.

Ohne den verletzten Olympiasieger Alexander Zverev lieferte sich die eingeschworene Mannschaft einen großen Fight vor zeitweise rund 7500 Zuschauern. Mit Blick auf die imposante Davis-Cup-Trophäe in Silber blieb die deutsche Hoffnung auf den vierten Davis-Cup-Titel nach 1988, 1989 und 1993 ein Traum. Besonders bitter: Für Deutschlands Doppel brach beim 6:2, 3:6, 3:6 kurz nach Mitternacht nach 15 Siegen in Folge eine grandiose Serie.

Kohlmann hatte für den Mannschaftswettkampf in Andalusiens Küstenort etwas „Außergewöhnliches“ angekündigt – und sollte zunächst nicht enttäuscht werden. Die in den letzten Tagen oft beschworene „sensationelle Teamdynamik“ setzte zumindest bei Struff die erhoffte Extra-Power frei. Schon vor der ersten Rallye bildete der Warsteiner Arm in Arm mit seinen Teamkollegen einen Kreis und bereitete sich auf den möglichen Überraschungscoup vor. Die „Let’s go“-Rufe des deutschen Fanblocks hallten durch die gesamte Arena.

Das Selbstvertrauen der deutschen Mannschaft war trotz der klaren Außenseiterrolle deutlich spürbar. Struff startete mit einer 5:3-Bilanz im direkten Vergleich gegen Denis Shapovalov in die Begegnung. Otte mit dem Gefühl, dass Felix Auger-Aliassime im Oktober kurz vor der Niederlage stand. Struff sollte gegen einen seiner Lieblingsgegner nicht enttäuschen.

Wie schon bei den Erfolgen im September hat sich der Warsteiner auch im Davis Cup selbst übertroffen. Der 32-Jährige, dessen Saison von einer zweimonatigen Fußverletzung geprägt war, besiegte Shapovalov in einem Tennis-Krimi mit 6:3, 4:6, 7:6 (7:2). „Unser Zusammenhalt macht es so besonders, für Deutschland zu spielen. Das motiviert mich noch mehr“, sagte Struff, nachdem er im entscheidenden Satz beim 5:3 und später beim 5:4 einen Matchball verschenkt hatte. „Das war sehr schwer mental ruhig zu bleiben, aber auch Druck auszuüben“, beschreibt der Deutsche die Mischung der Gefühle.

Auch Otte bestritt bei sommerlichen Temperaturen gegen Auger-Aliassime eines der besten Matches seit seiner Knie-OP im Sommer. Der kanadische Überflieger der vergangenen Wochen sorgte beim 6:7 (1:7), 4:6 für deutlich mehr Probleme, als viele vermutet hatten. „Ich kann mir heute nicht viel vorwerfen. Wenn es heute jemand anderes gewesen wäre, Ich hätte vielleicht gewinnen können“, sagte der Kölner.

Am Ende war es eine starke deutsche Leistung ohne Happy End. Im nächsten Jahr, 30 Jahre nach dem letzten Erfolg im Davis Cup, starten die Tennis-Männer in die nächste Titeljagd.

dpa

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