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Politische Nachrichten

Teil der DNA Israels (nd-aktuell.de)


Israels Gewerkschaften können mächtig sein, wie im Winter 2012, als ein Generalstreik Israel teilweise lahmlegte. Der Gewerkschaftsbund Histadrut, der Hunderttausende von Arbeitnehmern vertritt, begann am 8. Februar mit dem Streik, der Regierungsbüros, die Börse von Tel Aviv, Banken und Postämter sowie das Schienennetz lahmlegte.

Foto: picture alliance / dpa | Jim Holländer

Arnon Bar David ist heutzutage ein vielbeschäftigter Mann. Auch in Israel ist die Inflation stark gestiegen – zu stark, sagt der Generalsekretär des mächtigen Gewerkschaftsbundes Histadrut und hat zum Boykott bestimmter Marken und Ketten aufgerufen, denen vorgeworfen wird, die Situation auszunutzen. Mit Erfolg: Der Preisanstieg verlangsamte sich.

Gewerkschaften sind Teil der DNA Israels. Sie hatten einen festen Platz in Theodor Herzls Vision eines jüdischen Staates; Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten lokalen Gewerkschaften gegründet, die später unter dem Dachverband Histadrut organisiert wurden. Auf ihrem Höhepunkt waren die Führer der Histadrut mächtiger als der Premierminister. Wenn sie wollten, standen alle Räder still, denn Solidarität war über Berufsgrenzen hinweg wichtig.

Vorbei sind die Zeiten, in denen fast alle Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert waren. Allerdings ist der Einfluss der in der Histadrut organisierten Gewerkschaften in manchen Gegenden noch immer sehr hoch. Nach Angaben des Dachverbandes sind mehr als 80 Prozent aller Staatsbediensteten gewerkschaftlich organisiert; bei der Krankenversicherung sind es sogar mehr als 90 Prozent. Die Diplomaten in den israelischen Botschaften haben in den vergangenen Jahren sogar mehrfach gestreikt.

Aber die Reichweite der Gewerkschaften in der Histadrut ist nicht allumfassend. Schließlich arbeiten vor allem junge Israelis in befristeten, schlecht bezahlten Jobs mit kurzen Kündigungsfristen; Auch die vielen Neuwahlen und Regierungswechsel der letzten Jahre erschweren wichtige Gesetzgebungsprozesse. Vor allem in den schicken urbanen Kaffeeketten und angesagten Start-ups arbeitet die Belegschaft für wenig Geld nach der Regel: Wer meckert, ist raus.

Die Situation für Menschen aus dem Ausland oder aus den Palästinensischen Gebieten ist katastrophal. In den letzten Monaten hat die Regierung mehr Arbeiter aus dem Gazastreifen ins Land gelassen, die auf dem Papier die gleichen Rechte wie israelische Arbeiter haben, aber diese Rechte nicht kennen und nicht über die Mittel verfügen, sie durchzusetzen. Darüber hinaus gibt es auch viele Menschen im Land, die einst als Flüchtlinge aus dem Sudan oder als Krankenschwestern aus asiatischen Ländern kamen. Visa sind oft abgelaufen; der ideale Nährboden für Missbrauch und Ausbeutung.

Es sind in erster Linie nicht gewerkschaftliche Organisationen, die sich um diese Menschen kümmern. Maan widmet sich palästinensischen Arbeitern, Kav LaOved ist vor allem für Flüchtlinge und Arbeiter aus anderen asiatischen Ländern da. Anders als bei der Histadrut liegt ihr Fokus nicht auf Arbeitskämpfen, sondern auf Aufklärung, Beratung und Rechtsbeistand. Denn viele dieser Menschen fürchten die Behörden. Zudem wird versucht, Politik und Öffentlichkeit für die Situation dieser Menschen zu sensibilisieren.



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