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„Tatort“ heute aus Dresden: Gespürte Wahrheiten


„Tatort“ heute aus Dresden
Gefühlte Wahrheiten: Kommissar Schnabel gerät in die Fänge eines Verschwörungstheoretikers

Kriminalhauptkommissar Schnabel (Martin Brambach, links) ist einem Entführer in die Hände gefallen, der in Videobotschaften seine Forderungen stellt.

© MDR/MadeFor/Marcus Glahn/ARD

Werden in Dresden 150 Kinder gefangen gehalten? Das glaubt zumindest ein Dreckskerl, der Inspektor Schnabel gefangen hält. Ein „Tatort“ über Menschen, die ihre eigene Realität aufbauen.

  • 2 von 5 Punkten
  • Mäßig gelungener Abstecher in die Welt der Verschwörungstheoretiker

Was ist los?

In Dresden wird eine Frau auf offener Straße entführt, der Entführer wendet sich mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Er ist offensichtlich in Verschwörungstheorien verstrickt und behauptet, dass 150 Kinder in einem Dresdner Keller gefangen gehalten werden. Die Polizei hat 24 Stunden Zeit, um sie zu befreien, sonst stirbt die Geisel. Am nächsten Tag wird auch Kriminalkommissar Schnabel (Martin Brambach) entführt. Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) haben nicht viel Zeit, um das Leben ihres Chefs zu retten.

Warum lohnt sich der Fall „Katz und Maus“?

Diese Folge hebt einige der grundlegenden Probleme hervor, die im Umgang mit eingeschworenen Tätern auftreten. Solange jeder die gleiche Realität anerkennt, kann man mit anderen Menschen über alles reden. Ist dies nicht der Fall, wird es schwierig. „Für mich ist das eine Tatsache“, ist der verräterische Satz eines jungen Mannes, der im Internet „alternative Wahrheiten“ verbreitet. Andererseits weist Karin Gorniak darauf hin: „Es gibt eine Wahrheit. Wir müssen sie schützen.“ Die vielleicht wichtigste Botschaft dieses „Tatorts“.

Was stört?

Filme zum Thema Verschwörungstheorien erinnern schnell an Holzschnitte, wie etwa im Münsteraner „Tatort“ im März dieses Jahres. Auch bei „Cat and Mouse“ sind die Charaktere und die Handlung nicht sehr glaubwürdig. Warum ein normaler Familienvater plötzlich wahnsinnige Thesen aufstellt und zum Geiselnehmer wird, ist nicht ganz klar. Ebenso absurd: Die Polizei wird in eine Variante der Pizzagate-Verschwörung verwickelt und schickt ein Sondereinsatzkommando in ein Restaurant, weil dort 150 Kinder gefangen gehalten werden sollen.

Die Kommissare?

Karin Gorniak und Leonie Winkler versuchen beide fieberhaft, ihren Chef aus den Fängen des Entführers zu befreien. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander: Soll man sich auf die Ebene des Entführers einlassen oder seinen Prinzipien treu bleiben? So wählt jeder der Kommissare einen anderen Weg – am Ende führen beide zum Ziel.

Ein- oder ausschalten?

Dieser „Tatort“ wäre nicht nötig gewesen. Wer sich ernsthaft für Verschwörungstheorien interessiert, sollte sich den Podcast Hoaxilla anhören.

Die Dresdner Kommissare Gorniak und Winkler untersuchten auch diese Fälle: