Deutschland Nachrichten

Tarifstreit in Zeiten hoher Inflation: Erste Warnstreiks in der Metallindustrie


Stand: 29.10.2022 02:18 Uhr

Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht begannen die ersten Warnstreiks in der Metallindustrie. Die IG Metall will acht Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber boten zunächst Einmalzahlungen an.

Die IG Metall hat gestern Abend die ersten Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie gestartet. Unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht um Mitternacht stellten Beschäftigte in ausgewählten Industriebetrieben die Arbeit ein, wie lokale Gewerkschafter berichteten.

In NRW betrifft das sechs Standorte, darunter Unternehmen wie Thyssenkrupp oder Miele. Auch in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz streiken die Beschäftigten einiger Unternehmen.

Arbeitgeber bieten unter anderem Einmalzahlungen an

Tarifverhandlungen wurden zuvor auf regionaler Basis geführt. Die Arbeitgeber hatten jeweils Einmalzahlungen in Höhe von 3.000 Euro sowie eine unbestimmte Erhöhung der Lohntabellen für einen Zeitraum von 30 Monaten angeboten. Die Einmalzahlung soll direkt, steuer- und abgabenfrei bei den Mitarbeitern ankommen.

Union will acht Prozent mehr

Die Gewerkschaft hingegen fordert acht Prozent mehr Geld für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten für einen Zeitraum von zwölf Monaten. Am Freitag lehnte unter anderem der einflussreiche IG-Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen das Angebot ab.

Für die unteren Lohngruppen entspreche die Einmalzahlung ziemlich genau den geforderten acht Prozent, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. „Also das wäre eine gute Geschichte für zwölf Monate, wenn es sie jedes Jahr gäbe. Aber verteilt auf 30 Monate und ohne nachhaltige Wirkung entpuppt sich die Zahl als Pseudo-Gigant.“ Dies gilt jedoch nicht für die Inflation, unter der die Haushalte leiden.

Nächste Verhandlungsrunde im November

Hofmann deutete an, dass bis zur vierten Verhandlungsrunde, die am 8. November in Bayern und Baden-Württemberg beginnt, nur kürzere Warnstreiks von wenigen Stunden geplant sind. Danach entscheidet die IG Metall über das weitere Vorgehen.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"