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Tandler und Geschäftspartner: Schlüsselfiguren der Maskenaffäre in Untersuchungshaft


Stand: 25.01.2023 15:49 Uhr

Knapp zwei Jahre nach der Masken-Affäre sitzen nun zwei der Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft: Andrea Tandler und ihr Geschäftspartner. Hintergrund seien „steuerrechtliche Vorwürfe“, teilte die Staatsanwaltschaft München mit.

Zwei Schlüsselfiguren der Maskenaffäre in Bayern sitzen wegen Steuervorwürfen in Untersuchungshaft: Andrea Tandler, die Tochter des ehemaligen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler, und ihr Geschäftspartner.

Die beiden Angeklagten T. und N. seien am Dienstag „aufgrund von Haftbefehlen, die von der Staatsanwaltschaft München I beim Amtsgericht München beantragt und dort erlassen wurden“ festgenommen worden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten mehrere andere Medien darüber berichtet.

Steuervorwürfe

Hintergrund seien demnach „steuerrechtliche Vorwürfe, die Gegenstand einer langjährigen Untersuchung sind“. Die Anwaltskanzlei Tandlers äußerte sich zunächst nicht.

Tandler und ihr Geschäftspartner wurden am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt, beide Haftbefehle wurden vollstreckt. Die Angeklagten seien derzeit in Untersuchungshaft, sagte die Sprecherin. „Aus Gründen des Steuergeheimnisses können wir keine weiteren Angaben zum zugrunde liegenden Sachverhalt machen“, fuhr sie fort und sprach nur von steuerrechtlichen Vorwürfen.

8,90 Euro pro Maske

Zu Beginn der Corona-Pandemie soll Tandler Millionenprovisionen für die Vermittlung von Maskenshops erhalten haben. Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass gegen sie wegen eines Anfangsverdachts auf Gewerbesteuerbetrug ermittelt wird. Ein Sprecher von Tandler sagte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe, die Anwälte rechneten damit, dass sich nach Einstellung des ersten Verfahrens „auch alle anderen Vorwürfe als unbegründet erweisen werden“.

Tandler und ihr Partner wiesen „alle in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe“ zurück. Zu Beginn der Pandemie vermittelte Tandler unter anderem ein großes Maskengeschäft an den Freistaat. Dabei handelte es sich um ungewöhnlich teure Schutzmasken mit einem Preis von 8,90 Euro pro Maske. Das Angebot stammte von einem Schweizer Unternehmen und war von Tandler an das bayerische Gesundheitsministerium herangetragen worden. Ein Kauf wurde getätigt – auch wenn am Ende andere als die angekündigten Masken geliefert wurden.

Tandler musste als Zeuge vor dem Masken-Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags erscheinen. Damals weigerte sie sich jedoch, durch ihren Anwalt auszusagen.