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Stuttgart belohnte sich gegen Augsburg für eine furiose Schlussphase und holte wichtige Punkte


Waldemar Anton jubelte vor Freude und krümmte sich gleichzeitig vor Schmerzen. „Ich habe beim Schuss einen Krampf bekommen“, berichtete der Abwehrchef des VfB Stuttgart nach seinem Last-Minute-Siegtreffer zum 2:1 (1:1) gegen den FC Augsburg.

Es war ein weiterer Erfolg für Stuttgarts Interimstrainer Michael Wimmer. Der 42-Jährige hat drei seiner vier Pflichtspiele als Interimstrainer des schwäbischen Bundesligisten gewonnen. „Die Bilanz spricht für sich“, sagte VfB-Stürmer Luca Pfeiffer. Wimmer sammelt Argumente, um über die WM-Pause hinaus Cheftrainer zu bleiben.

Anton über Wimmer: „Ein super Typ“

Die Stuttgarter versicherten ihnen nach dem zweiten Ligasieg der Saison glaubhaft, dass sie versuchen würden, die Trainerfrage auszublenden. Auch für ihren ehemaligen Assistenten und jetzigen Cheftrainer geizten sie nicht mit Lob. „Er ist ein super Typ. Er kennt jeden Spieler, das ist ein wichtiger Punkt“, sagte Anton über Wimmer, der laut Sportvorstand Sven Mislintat einer von derzeit drei Kandidaten ist, die VfB-Profis ab Mitte November dauerhaft zu übernehmen.“ Michi rückt näher den Spielern sehr, führt viele Gespräche, holt alle mit ins Boot“, lobte Pfeiffer. Man sei auf einem „guten Weg“.

Das ist natürlich noch ein weiter Weg. Mit nur elf Punkten liegen die Stuttgarter knapp vor den Abstiegsplätzen. Auch gegen Augsburg sei „nicht alles gut gelaufen“, sagte Wimmer. „Wir haben keinen überzeugenden Supersieg gezeigt, hatten aber auch Phasen im Spiel, in denen viel verbessert werden konnte.“ Zu Beginn beider Halbzeiten hatte der VfB Probleme – wenn auch nicht so groß wie das 0:5-Debakel in Dortmund eine Woche zuvor. In der 57. Minute hatte er auch Glück, dass die Gäste keinen Elfmeter bekamen. Borna Sosa bekam den Ball auf den Arm.

Der VfB mit einem Powerplay in den letzten 20 Minuten

Gegen Ende gerieten die Schwaben jedoch in einen wahren Rausch. Unterstützt von den Heimfans erspielten sie sich in den letzten 20 Minuten Chance um Chance. „Wie gesperrt“ sei das Tor gewesen, sagte Pfeiffer, der in der 86. Minute selbst die Latte getroffen hatte. Nach einem weiteren frühen Rückstand durch Florian Niederlechner (4. Minute) und dem Ausgleich durch Serhou Guirassy (15.) sah es so aus, als müsste sich der VfB trotz seines furiosen Schlussspurts mit einem Punkt begnügen. Dann erlöste Torschütze Anton sich, den Trainer und seine Kollegen.

Ob solch ein emotionaler Sieg auch ein Wendepunkt sein kann? „Absolut“, sagte Anton. „Er ist enorm wichtig für unsere Psyche und unser Selbstbewusstsein.“ Nach den ersten beiden Erfolgen unter Wimmer gegen Bochum (4:1) und Bielefeld (6:0) mussten die Stuttgarter beim BVB einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen. „So etwas wie Dortmund passiert vielleicht einmal in 20 Spielen, zumindest hoffe ich das“, sagte Anton. „Wir müssen sehen, dass wir unsere Punkte gegen andere Mannschaften holen.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitag bei Borussia Mönchengladbach.



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