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Studie des IW Köln: Jede dritte Großstadtfamilie hat eine zu kleine Wohnung

Studie des IW Köln
Jede dritte Großstadtfamilie hat eine zu kleine Wohnung

In deutschen Städten wird Wohnraum immer knapper: Jede dritte Familie lebt auf engstem Raum, auch Menschen mit Migrationshintergrund sind stark betroffen. Lösungen gibt es, aber sie haben derzeit nur „theoretisch“ Potenzial, so das Institut der deutschen Wirtschaft.

Jede dritte Familie in deutschen Großstädten lebt in einer zu kleinen Wohnung. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), das eine entsprechende Studie veröffentlicht hat. Besonders betroffen sind auch Menschen mit Migrationshintergrund: Ein Fünftel von ihnen lebt auf engstem Raum.

Insgesamt leben rund sechs Prozent der Mieterhaushalte in deutschen Großstädten auf engstem Raum – also in Wohnungen mit weniger Zimmern als die Bewohner. Auf der anderen Seite der Skala leben auch sechs Prozent in großzügigen Wohnungen: Das ist der Fall, wenn die Zahl der Zimmer die Zahl der darin lebenden Personen um drei übersteigt, also eine alleinstehende Person in einer Vierzimmerwohnung.

Familien können sich einen Umzug wegen der hohen Mieten oft nicht leisten, Studenten ziehen immer später aus dem Haus, erläuterte das IW die Trends. Dementsprechend wohnen vor allem ältere Bestandsmieter in großzügigen Wohnungen. Das Institut wies darauf hin, dass das Tauschpotential von großen Wohnungen gegen kleine „nur in der Theorie“ bestehe. Denn für viele Bestandsmieter mit Altverträgen ist es einfach günstiger, in einer größeren Wohnung zu bleiben, als mit einem teureren Neuvertrag in eine kleinere Wohnung zu ziehen.

Das Institut appellierte an die Politik, ihren Teil dazu beizutragen, „den Wohnungsbestand in Deutschland besser zu nutzen“. Die Bereitschaft zum Stellenabbau könne „durch Umzugshilfen und Unterstützung bei der Wohnungssuche weiter gesteigert werden“. Das IW forderte auch Maßnahmen, die Dachausbauten, Anbauten oder die Schaffung von Einliegerwohnungen erleichtern.