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Störfeuer aus Russland: Odessa schafft es auf die UNESCO-Welterbeliste

Störfeuer aus Russland


Odessa schafft es auf die Unesco-Liste des Weltkulturerbes

Prompt kommt die Verleumdung aus Russland: Die Ukraine habe ihren Antrag aus Wikipedia kopiert und sei für die Schäden in der Stadt selbst verantwortlich. Die Unesco hört nicht zu und beeilt sich, die Hafenstadt Odessa in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen.

Die Altstadt der ukrainischen Hafenstadt Odessa gilt heute als gefährdetes Weltkulturerbe. „Odessa, eine freie Stadt, eine kosmopolitische Stadt mit einem berühmten Hafen, der Filme, Literatur und Kunst geprägt hat, steht jetzt unter dem verstärkten Schutz der internationalen Gemeinschaft“, sagte UNESCO-Generalsekretärin Audrey Azoulay. Die Aufnahme in die Unesco-Liste des gefährdeten Welterbes bedeutet einen besseren Zugang zu technischer und finanzieller Unterstützung.

Russland hatte vergeblich versucht, die Aufnahme der ukrainischen Stadt am Schwarzen Meer in die Welterbeliste zu verhindern. Der russische Vertreter betonte, dass der Zulassungsantrag von Wikipedia kopiert worden sei. Außerdem zerstörte die Ukraine selbst Gebäude in Odessa. Die Stadt wurde seit Beginn des russischen Angriffskrieges mehrfach bombardiert, blieb aber weitgehend unversehrt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der die Aufnahme der Stadt in die Liste im Oktober beantragt hatte, um sie vor russischen Angriffen zu schützen, begrüßte die Entscheidung. „Heute hat Odessa den UNESCO-Schutz erhalten“, sagte er auf Twitter. „Ich bin den Partnern dankbar, die dabei helfen, unsere Perle vor den Angriffen der russischen Invasoren zu schützen“, fügte er hinzu. „Ein diplomatischer Sieg“, betonte die ukrainische Politikerin Emine Djeppar.

Krieg aktiviert „Notfallmechanismus“

Die Unesco hat die Stadt angesichts des andauernden Krieges in einen „Notfallmechanismus“ aufgenommen. Neben der Altstadt von Odessa wurden auch die Internationale Messe in Tripolis, Libanon, und die Wahrzeichen des alten Königreichs Saba im Jemen in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.

Das nächste Treffen des Welterbekomitees ist vom 10. bis 25. September 2023 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad geplant. Derzeit stehen 1157 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern auf der UNESCO-Welterbeliste. 55 von ihnen gelten als bedroht. Deutschland hat 51 Welterbestätten. 1794 gegründet, entwickelte sich Odessa zu einer Handelsmetropole, die viele Menschen an die Schwarzmeerküste zog. Das multikulturelle Erbe prägt die Architektur und das Stadtbild.