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Deutschland Nachrichten

Stadtentwicklung: Starterlaubnis am Segelflugdamm (nd-aktuell.de)


Mehrere Hallen auf dem ehemaligen Flugplatz am Segelfliegerdamm müssen abgerissen werden.

Foto: o. J./Nicolas Sustr

Den Planungen für das sogenannte Müller-Erben-Areal steht nichts mehr im Wege. Der Städtebauliche Ausschuss des Abgeordnetenhauses hat am Montag in einer Sondersitzung den Bebauungsplan (B-Plan) unter anderem für 1.800 Wohnungen am Segelfliegerdamm in Johannisthal auf den Weg gebracht. Im Sommer stießen die Pläne wegen des geringen Anteils an Sozialwohnungen und des fehlenden Denkmalschutzes auf Widerstand bei Grünen und Linken. Der B-Plan wurde dem Abgeordnetenhaus erst im zweiten Anlauf vom Senat vorgelegt.

Im Norden des Entwicklungsgebiets Adlershof soll auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes ein 21 Hektar großes neues Quartier entstehen. Der Bebauungsplan, der am Donnerstag im Abgeordnetenhaus endgültig beschlossen werden soll, sieht unter anderem 1800 Wohnungen vor, von denen nun ein Viertel als Sozialwohnungen errichtet werden sollen. Elf Hektar des bisher vollständig in Privatbesitz befindlichen Areals werden unter Marktwert gekauft, unter anderem um günstige Gewerbeflächen anbieten zu können. „Sie ist der Schlussstein für die Adlershofer Entwicklungsmaßnahme“, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Montag. Die Zeit drängt, denn ohne Genehmigung droht, dass die Flächen nicht mehr dem Bauordnungsrecht unterliegen. Wenn alles gut geht, könnte 2025 mit dem Wohnungsbau begonnen werden.

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es viele Kontroversen, vor allem um die Denkmalpflege auf dem Gelände. Anfang des letzten Jahrhunderts eröffnete der jüdische Unternehmer Arthur Müller hier einen Zivilflughafen und eine Produktionsstätte für die Luftfahrt. Zu DDR-Zeiten produzierte der VEB dann am Standort Kältemaschinen. Nachdem das Gelände in Treuhand übergegangen war, verfielen die historischen Hallen. Anfang der 2000er Jahre wurde das Gelände an Müllers Erbengemeinschaft zurückgegeben. Zunächst sollte ein reines Gewerbegebiet entwickelt werden. Mit der späteren Wohnungsnot entfernte man sich davon.

Durch den Verfall der vergangenen Jahrzehnte ist die Bausubstanz der Hallen miserabel. Mehrere sollen abgerissen werden. Vor allem um die Halle 4 wird gekämpft. Der Besitzer will es noch prüfen lassen, ob es erhalten werden kann. Aber wenn nicht, sollte sich ein Neubau an der basilikalen Architektur der historischen Halle orientieren und beispielsweise die Deckenleuchten des Stammhauses in den Neubau integrieren. „Es gibt viele Beispiele für Hallen, die in schlechtem Zustand sind und erhalten werden könnten“, sagt Daniela Billig von der Grünen-Fraktion. In Johannisthal gibt es Experten, die das Gleiche tun könnten. Katalin Gennburg von der Linken findet: „Wir können es uns nicht leisten, die Berliner Stadtgeschichte loszuwerden.“ Dass sich der Neubau an der Architektur der historischen Halle orientieren soll, reiche nicht aus, sagen beide Politiker.



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