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Sieben Tote nach Stürmen auf Ischia


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Ein Arbeiter räumt mit einem Bagger eine Straße frei. © Alessandro Garofalo/LaPresse über ZUMA Press/dpa

Ein heftiger Sturm hat auf der italienischen Ferieninsel Ischia schwere Schäden angerichtet. Rettungskräfte haben bisher sieben Leichen entdeckt. Es fehlen noch.

Casamicciola – Im Schlamm versunkene Autos, ins Meer gerissene Busse, Trümmer und Verwüstungen auf den Straßen: Heftige Unwetter haben am Samstag im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Ischia für Überschwemmungen und Chaos gesorgt.

Nach Angaben der Präfektur Neapel kamen mindestens sieben Menschen, darunter zwei Kinder und ein 22 Tage altes Baby, im Schlamm ums Leben. Einige anhaltende Verletzungen. Am Sonntagabend suchten die Retter noch nach weiteren Vermissten. Taucher der Feuerwehr überprüften, ob sich in den ins Meer gespülten Autos Verletzte befanden. „Es ist eine Tragödie“, sagte der Zivilschutzchef, als das Ausmaß der Verwüstung deutlich wurde. In Rom betete Papst Franziskus für die Menschen auf Ischia – einer bei Touristen beliebten Insel, auf der auch Altkanzlerin Angela Merkel gerne Urlaub machte.

Der Sturm brach in den frühen Morgenstunden über die Insel mit knapp über 60.000 Einwohnern hinweg. Besonders betroffen war die Küstenstadt Casamicciola im Norden. Zwischen Häusern fraß ein Erdrutsch eine Schneise der Verwüstung in einen Hang, wie Fotos zeigten. 30 Gebäude wurden durch den Sturm beschädigt. Das Gebiet galt als Risikogebiet. Schnell wurden Stimmen laut, dass die Behörden in den letzten Jahren nicht genug getan hätten, um sich zu schützen. Wassermassen spülten Autos durch die Straßen, von denen einige auf ihren Dächern liegen blieben. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Personen aus einem ins Meer gerissenen Auto gerettet.

Sieben Tote nach Stürmen auf Ischia
Menschen räumen Schlamm von den Straßen. © Salvatore Laporta/AP/dpa

Die Aufräumarbeiten begannen schnell. Die Behörden waren zeitweise mit rund 370 Feuerwehrleuten und Polizisten im Einsatz. Spezialisten, Fahrzeuge und andere Verstärkungen verließen das Festland in Richtung der Insel im Golf von Neapel. Das Militär entsandte Hubschrauber und rettete drei Erwachsene und zwei Kinder, die in einem Resort gestrandet waren. An anderer Stelle retteten Rettungskräfte einen Mann, der in einem Gebäude im Dunkeln bis zur Brust im Wasser stand, wie Videos zeigten. Ein kleiner Bagger quälte sich einsam durch die schlammbedeckten Straßen und versuchte die teilweise völlig zerstörten Autos aus dem Dreck zu ziehen.

Unwetter behinderten die Rettungsarbeiten

Am Samstag erschwerte der immer noch tobende Sturm die Arbeit. „Die Situation ist sehr kompliziert“, sagte Innenminister Matteo Piantedosi. Am Sonntag ließ der Sturm zugunsten der Rettungskräfte nach. Nach neuesten Angaben holten sie rund 230 Menschen aus ihren Wohnungen und brachten sie in einem Hotel unter. Viele hatten ihre Häuser im betroffenen Teil der Insel stundenlang nicht verlassen können. Die Verwaltung hat die Leute dazu angewiesen. Viele hatten keinen Strom. Schulen, Friedhöfe und Parks blieben am Samstag geschlossen. Ischias-Bürgermeister Enzo Ferrandino ordnete dies am Freitag wegen der Unwetterwarnung an.

Sieben Tote nach Stürmen auf Ischia
Auf der italienischen Insel Ischia sind nach einem schweren Sturm und Erdrutschen mehrere Menschen als vermisst gemeldet worden. © Italienische Carabinieri/XinHua/dpa

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihre Minister am Sonntagmorgen zu einem Treffen nach Rom gerufen. Die Regierung hat auf Ischia für ein Jahr den Ausnahmezustand ausgerufen, um Hilfsgelder schneller freigeben zu können. Zwei Millionen Euro sind für den Wiederaufbau vorgesehen, der ebenfalls von einem außerordentlichen Kommissar koordiniert wird. dpa