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Sicherheit an Flughäfen: Neue Scanner statt flüssiger Kontrollen


Stand: 24.11.2022 17:51 Uhr

Flugreisen werden für viele Passagiere bald einfacher. An zwei deutschen und britischen Flughäfen sollen die oft kritisierten Flüssigkeitskontrollen abgeschafft werden. Möglich wird dies durch eine seit langem bekannte Technik.

Lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen sind für Reisende nervenaufreibend – und kosten die Betreiber viel Geld. Um die Sicherheitskontrollen zu beschleunigen, setzen britische und zwei deutsche Flughäfen künftig Computertomographen (CT-Scanner) ein. Das bedeutet, dass es keine Beschränkungen für Flüssigkeiten im Gepäck gibt.

Während es in Großbritannien noch bis Mitte 2024 dauern wird, will der Flughafen München „Franz Josef Strauss“ die Scanner ab dem kommenden Jahr serienmäßig einsetzen. Auch der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main setzt ab 2023 zunächst sieben Scanner ein.

Bis zu 160 Prozent mehr Handhabung

Der Flughafen München habe die neue Technik bereits in den vergangenen Jahren am Terminal 2 erfolgreich getestet, teilte das Luftfahrtamt Süd der Regierung von Oberbayern mit. Jetzt sollen für rund 45 Millionen Euro neue Kontrollspuren und 60 CT-Scanner angeschafft werden. Laut Mitteilung können in der gleichen Zeit bis zu 160 Prozent mehr Passagiere kontrolliert werden als in den bisherigen Einrichtungen.

Die aus der Medizin bereits bekannte Computertomographie-Technik macht es möglich. Die Geräte durchleuchten das Handgepäck und liefern im Gegensatz zur bisherigen Technik nicht nur wenige Overhead-Bilder, sondern jetzt hunderte Bilder des Gepäckstücks ohne Geschwindigkeitsverlust. Dadurch entstehen auf dem Kontrollbildschirm dreidimensionale Ansichten, die es ermöglichen, den Beutelinhalt schichtweise zu durchleuchten. Auch eine Prüfung auf Explosivstoffe und explosive Flüssigkeiten ist möglich.

Flüssigkeitskontrollen verursachen Verzögerungen

Großbritannien will die Scanner nach und nach in Betrieb nehmen. „Wir haben gerade damit begonnen, den Sicherheitsbereich in Terminal 3 zu erweitern, der mehr CT-Scanner haben wird“, sagte John Holland-Kaye, Chef des größten britischen Flughafens, London Heathrow, der Zeitung „Times“.

Dem Bericht zufolge sind Reisende, die keine Gegenstände aus ihrem Handgepäck nehmen oder mit mehr Flüssigkeiten als erlaubt reisen, die Hauptursachen für Verzögerungen bei der Flughafensicherheit.

Bisher gilt: Behältnisse mit maximal 100 Millilitern

Seit November 2006 dürfen Flugreisende Flüssigkeiten im Handgepäck nur noch in Behältnissen mit einer maximalen Größe von 100 Millilitern mitnehmen. Bisher müssen sie in einem Klarsichtbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen verpackt und bei der Kontrolle separat vorgezeigt werden. Auch Laptops und Tablets müssen aus Rucksäcken und Taschen entfernt werden.

Die Maßnahme wurde erlassen, nachdem ein Plan zur Durchführung von Terroranschlägen auf Flugzeuge mit in Getränkeflaschen verstecktem Sprengstoff vereitelt worden war.

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