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Seltene Krankheiten: Ärzte ausgezeichnet – Bundesministerium für Gesundheit


Der mit 50.000 Euro dotierte Eva Luise Köhler-Forschungspreis ging in diesem Jahr an eine Kinderärztin Prof. Dr. Heymut Omran von der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde des Universitätsklinikums Münster. Sein Projekt „Verbesserung der Diagnostik und Therapie der primären Ziliendyskinesie (PCD)“ widmet sich der Erforschung der primären Ziliendyskinesie, einer seltenen Lungenerkrankung bei Kindern, die bei zu später Diagnose zu schweren Lungenschäden bis hin zum Lungenversagen führen kann. Mit Hilfe einer genetischen Studie und einer Proteinstudie konnte Omrans Team 30 charakteristische Defekte identifizieren, die zu PCD führen.

Der an der Berliner Charité tätige Kinderarzt erhielt die Auszeichnung für sein Projekt „Universelles Neugeborenen-Screening auf Sichelzellkrankheiten mittels Tandem-Massenspektrometrie“. Dr. Stephen Lobitz der mit 15.000 Euro dotierte Anerkennungspreis. Mit seiner Forschung auf dem Gebiet der Sichelzellenanämie untersucht Lobitz mit seinem Team, wie sich die Blutkrankheit bei Neugeborenen zuverlässig diagnostizieren lässt. Eine frühzeitige Diagnose kann Eltern helfen, Anzeichen einer akuten Blutarmut rechtzeitig zu erkennen und so Leben zu retten.

An der Preisverleihung in Berlin nahm die Charité als nächstes teil Eva Luise Köhler auch ihr Ehemann, ehemaliger Bundespräsident Prof. Dr. Horst KöhlerBundesforschungsminister Prof. Dr. Johanna Wanka und Bundesgesundheitsminister Hermann Grohe Teil.

Hintergrundinformation

Der Eva Luise Köhler-Forschungspreis ist eine Initiative der Eva Luise und Horst Köhler-Stiftung in Kooperation mit der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen (ACHSE eV).

Auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums wurde das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) – ein Zusammenschluss des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der ACHSE eV – gegründet. 2013 veröffentlichte die Allianz einen nationalen Aktionsplan für Menschen mit seltenen Krankheiten. Ziel des Plans, der 52 vorgeschlagene Maßnahmen umfasst, ist es, Betroffene, ihre Angehörigen und medizinisches Personal besser über seltene Erkrankungen zu informieren, die Forschung auf dem Gebiet voranzutreiben und den Ausbau medizinischer Versorgungsstrukturen zu stärken.

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