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Sein Maulwurf wird zum Klassiker: Kinderbuchautor Wolf Erlbruch ist tot


Sein Maulwurf wird zum Klassiker


Der Kinderbuchautor Wolf Erlbruch ist tot

Der Kinderbuchklassiker „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer sich den Kopf angeschlagen hat“ dient als Kompass für Eltern auf der ganzen Welt zu einem hochbrisanten Thema. Der Autor Wolf Erlbruch ist im Alter von 74 Jahren in Wuppertal gestorben.

Der deutsche Kinderbuchillustrator, Autor und Hochschullehrer Wolf Erlbruch ist tot. Das bestätigt der Hanser Verlag in einer Stellungnahme. Demnach starb Erlbruch am 11. Dezember in seiner Geburtsstadt Wuppertal im Alter von 74 Jahren. Bekannt wurde er vor allem durch sein Werk „Der kleine Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm den Kopf getreten hat“ (1989). Der Bestseller beschäftigt sich mit den Exkrementen verschiedener Tiere, wobei der Maulwurf einen Crashkurs in Kotwissen bekommt. Erst am Ende findet er mit Hilfe von Schmeißfliegen den wahren Schuldigen. In Wuppertal wurde der Klassiker in der Spielzeit 2021/22 als kindgerechte Oper aufgeführt. Das Buch wurde in 27 verschiedene Sprachen übersetzt und erreichte eine weltweite Auflage von mehr als drei Millionen Exemplaren.

Wolf Erlbruch wurde 74 Jahre alt.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Bis heute hat Erlbruch rund 30 Bücher veröffentlicht, darunter „Das Hexeneinmaleins“ (1998) nach Johann Wolfgang von Goethe und „Ente, Tod und Tulpe“ (2007). Außerdem illustrierte er Bücher nach Texten von Rafik Schami („Das ist kein Papagei“), Mirjam Pressler und Yaakov Shabtai sowie James Joyce. Der Verlag schreibt zu seinem Tod: „Mit ihm verlieren wir einen Künstler mit einer unverwechselbaren Bildsprache, der sich nicht nur als herausragender Zeichner, sondern vor allem als innovativer Designer und Illustrator durch seinen ungewöhnlichen Umgang mit Technik und Bildmaterial hervorgetan hat bis heute stilprägend für jede Generation.“

Erlbruch wurde 1948 geboren. Von 1967 bis 1974 studierte er Zeichnen an der Folkwang Hochschule für Gestaltung in Essen. Anschließend machte er sich als Illustrator in der Werbebranche einen Namen. In den 1980er Jahren begann er, Kinderbücher zu illustrieren und zu schreiben. Sein erstes Buch „Der Adler, der nicht fliegen wollte“ erschien 1985. Ab den 1990er Jahren lehrte er zudem an verschiedenen Hochschulen in Düsseldorf, Wuppertal und Essen.

Erlbruch hat in seiner langen Karriere mehrere Preise erhalten, darunter zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis (1993 und 2003) und den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis (2017). Sein Sohn Leonhard Erlbruch ist ebenfalls Kinderbuchautor. Zusammen mit seinem Vater gestaltete er verschiedene Bücher und Kalender.