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Sehr gedrückte Stimmung: Verbraucherstimmung auf Rekordtief


Stand: 28.09.2022 10:19 Uhr

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist aufgrund schwacher Konjunkturerwartungen und steigender Energiekosten weiter deutlich gesunken. Seit Beginn der Messungen war sie noch nie so niedrig wie jetzt.

Die Konsumlaune der Deutschen hat aufgrund schwacher Konjunkturerwartungen und steigender Energiekosten ein Rekordtief erreicht. Der in der Konsumklimastudie im September ermittelte Indexwert für Oktober sank um 5,7 Punkte auf minus 42,5 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute mitteilte.

„Viele Haushalte sind derzeit gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben oder deutlich höhere Heizkosten auf die Seite zu legen“, erläutert GfK-Experte Rolf Bürkl das Ergebnis der monatlichen Befragung von rund 2.000 Verbrauchern. „Dementsprechend müssen sie bei anderen Ausgaben, etwa bei Neuanschaffungen, sparen.“ Seit der Erhebung des Konjunkturbarometers für ganz Deutschland im Jahr 1991 wurde kein schlechterer Wert gemessen.

Die Verbraucher werden weniger kaufen

Zum achten Mal in Folge hat der Teilindex der sogenannten Anschaffungsneigung Verluste erlitten. Das Barometer fiel auf den tiefsten Wert seit Oktober 2008 – das war während der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Die Konsumneigung wird derzeit durch die gestiegenen Energiepreise stark unter Druck gesetzt“, erklärten die Marktforscher. „Für die Verbraucher wird eine Rezession wahrscheinlicher.“

Die derzeit sehr hohen Inflationsraten von knapp acht Prozent führten zu großen Realeinkommenseinbußen bei den Verbrauchern und damit zu einem deutlichen Kaufkraftverlust, hieß es. „Da derzeit nicht absehbar ist, wann sich die Inflation wieder spürbar abschwächt, stehen dem Konsumklima in den kommenden Monaten schwierige Zeiten bevor“, warnte Bürkl.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Verbraucherinterviews zu ihren Konjunkturerwartungen, ihren Einkommenserwartungen und ihrer Anschaffungsneigung durch.