Schwere Blamage für Innenminister Faeser

BERLIN. Hinter den Kulissen der Videokonferenz der Innenminister von Bund und Ländern am Dienstag krachte es gewaltig. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) musste daraufhin eine Einladung zur Pressekonferenz und eine Presseerklärung zum Anschlag auf den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden zurückziehen.

Der Welt am Sonntag Unter Berufung auf Faeser-Mitarbeiter schreibt er von einem „Geschrei“, das es „noch nie gegeben“ habe. Demnach seien die Innenminister der Union „sehr verärgert“ über Faesers Alleingang. Vor Journalisten wollte sie gemeinsam mit dem Sprecher der SPD-Referenten, dem Hamburger Innensenator Andy Grote, im Hamburger Rathaus den Angriff auf Ecke „einordnen“.

Doch den Sozialdemokraten musste diesen Termin absagen. Ein CDU-Innenminister beschwerte sich dem Bericht zufolge: „Frau Faeser macht in der Öffentlichkeit nur Lärm, tut aber nichts, um die Politik zu schützen.“ Der Bundesinnenminister gab den Ländern unausgegorene Ratschläge, was sie tun sollten.

Faesers Forderungen ignorieren die Realität

Ihre Forderung nach „noch sichtbarerer Polizeipräsenz“ an Wahlkampfständen und bei Veranstaltungen geht völlig an der Sache vorbei. Gewalttätige Angriffe gegen Politiker sind selten; Wahlkampfplakate werden in der Regel abgerissen oder beschädigt.

Faeser musste nachgeben. Die Presse erhielt nun eine neue Einladung mit der Aufschrift „!!! Achtung Formatwechsel!!!“ wurde überschrieben. Gastgeber war plötzlich der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU), und nicht mehr Faesers Genosse Grote. Aus dem persönlichen Termin wurde ein Online-Termin.

An der Pressekonferenz nahm neben Faeser und Stübgen auch der Sprecher der Unionsinnenminister, Joachim Herrmann (CSU), teil. Der Termin wurde um 15 Minuten verschoben.

Seit dem Anschlag auf Ecke in Dresden versuchen Politiker anderer Parteien, die AfD für die Gewalt verantwortlich zu machen. Allerdings sind ihre Mitglieder und Politiker diejenigen, die am meisten von Gewalttaten betroffen sind. (fh)

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