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Deutschland Nachrichten

Schule und Ausbildung: Generation Lehrermangel (nd-aktuell.de)


Im Herbst 2021 ging „Schule muss anders sein“ auf die Straße. Im November soll es wieder Demonstrationen geben.

Foto: dpa/Jörg Carstensen

Die Warnungen des ehemaligen Kreuzberger Lehrers Philipp Dehne klingen ernst. „Wir steuern mit Vollgas auf eine Bildungskrise zu“, sagte die Mit-Initiatorin von „Schule muss anders“ am Dienstag im Hedwig-Dohm-Haus der Berliner Humboldt-Universität. Das Bildungspolitische Bündnis, dem auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angehört, befürchtet für die kommenden Jahre katastrophale Zustände.

Schon jetzt seien die Auswirkungen einer verfehlten Bildungspolitik zu spüren, berichtet Dehne: „Eltern kommen zu mir und fragen mich, ob wir nicht so etwas wie Fridays for Education machen wollen.“ Zum Lehrermangel an Berliner Schulen sagt Dehne: „Ich will nicht mit ein paar hundert streiten, aber es fehlen mittlerweile über 1000 Lehrer.“

Das Problem: Es gibt zu wenig neu ausgebildete Lehrkräfte. Ein Blick auf die Ausbildungszahlen an den Berliner Hochschulen fällt alles andere als zufriedenstellend aus: Seit acht Jahren können die Universitäten der Hauptstadt die in den Hochschulverträgen festgelegte Zielgröße bei der Lehramtsausbildung nicht erreichen. Eigentlich sollten von 2018 bis 2022 jährlich insgesamt 2000 Absolventen die Hochschulen verlassen, tatsächlich waren es nicht einmal halb so viele. Unter dem Gesichtspunkt »Schule muss anders sein« würden jährlich 3.000 neu ausgebildete Lehrkräfte benötigt.

Um die Zahl der Auszubildenden in die Höhe zu treiben, pocht »Schule muss anders« auf eine besondere Förderung der Lehrerbildung. Zudem müssten die in den Haushaltsverhandlungen 2022/2023 durchgesetzten zusätzlichen 17 Millionen Euro für die Lehrerbildung konsolidiert werden. Bisher konnten Hochschulen mit dem Geld nur bis Ende 2023 planen, ohne genügend Zeit zu haben, zusätzliches Personal einzustellen. Nach Angaben der Initiative drohen Beträge in zweistelliger Millionenhöhe zu verpuffen.

Damit die Hochschulen Mittel zweckgebunden einsetzen, sollten zusätzliche Anreize zur Zielerreichung geschaffen, aber auch Sanktionen versprochen werden. „Die Erfahrung zeigt, dass es ohne Sanktionen nicht geht“, sagt Laura Hassler vom Berliner GEW-Vorstand. Bei den nun beginnenden Verhandlungen über die nächsten Hochschulverträge, die nach Verlängerung der bestehenden Regelungen erst 2024 in Kraft treten, reichten „Spillovers“ nicht aus.

»Schule muss anders sein« fordert für die Gespräche mehr Transparenz als bisher: Zeitplan, Zwischenberichte, öffentliche Diskussion mit den zuständigen Senatsverwaltungen für Wissenschaft, Finanzen und Bildung. Die Hochschulverträge sind die letzte Chance, um zu verhindern, dass der Lehrermangel eine ganze Studentengeneration trifft.



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