Skip to content
Schließung des spanischen Luftraums: Überreste einer chinesischen Rakete stürzten in den Pazifik


Stand: 04.11.2022 15:57 Uhr

Die Überreste einer chinesischen Rakete sind erneut auf die Erde gefallen. Laut Peking landeten sie im Pazifik. Nach bisherigen Berechnungen könnte auch Südeuropa getroffen worden sein. Der Luftraum über Spanien wurde vorübergehend gesperrt.

Die Überreste einer chinesischen Weltraumrakete sind nach Angaben Pekings in den Pazifik gestürzt. Das chinesische Raumfahrtprogramm teilte die Koordinaten der Einschlagstelle mit, woraufhin Trümmer im Pazifik vor der mittelamerikanischen Küste landeten.

Die meisten Teile der „Long March 5B“-Rakete seien beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrannt und zerstört worden, hieß es. Der Wiedereintritt erfolgte um 18:08 Uhr chinesischer Zeit (11:08 Uhr MEZ). Das Space Command der US-Streitkräfte hatte zuvor getwittert, dass die Rakete über dem Pazifik in die Atmosphäre eingedrungen sei.

Luftraum über Spanien gesperrt

Der Luftraum über Teilen Spaniens war am Morgen wegen der Überreste der Rakete vorübergehend gesperrt worden. Grund sei eine Warnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), hieß es. Nach bisherigen Berechnungen wäre ein Absturz der Rakete über Teilen Südeuropas möglich gewesen. Der Flugverkehr in mehreren Regionen Spaniens sei „aufgrund der Gefahr, die durch den Durchgang des Weltraumobjekts CZ-5B (…) ausgeht, für 40 Minuten unterbrochen worden“, teilte der katalanische Zivilschutz auf Twitter mit.

Betroffen waren die Flughäfen von Barcelona, ​​Tarragona und Ibiza, wie spanische Medien unter Berufung auf den Zivilschutz berichteten. Allerdings könne es den ganzen Tag über zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr kommen, schrieb die Zeitung El País. Der gesamte Flugverkehr an den genannten Flughäfen sei vorübergehend zum Erliegen gekommen.

Bereits internationale Kritik

Der Weltraumschrott stammt von einer Rakete, mit der China am Montag das letzte Modul seiner derzeit im Bau befindlichen Raumstation Tiangong gestartet hat. Der Wiedereintritt großer chinesischer Raketenteile in die Erdatmosphäre hat immer wieder internationale Kritik ausgelöst. Nach offiziellen Angaben aus Peking sind im Juli Raketenteile nahe den Philippinen ins Meer gestürzt.

Auch wenn Experten die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen oder besiedelte Gebiete getroffen werden, als gering einschätzten, gab es Kritik von Nasa und Experten: „Kein anderes Land lässt diese 20 Tonnen schweren Dinger im Orbit zurück, um unkontrolliert wieder in die Erdatmosphäre eintreten zu können “, sagte der Astrophysiker Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Juli dem US-Sender CNN.