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Schaden durch Gaslieferstopp: Uniper verklagt Gazprom vor internationalem Schiedsverfahren

Schäden durch Gaslieferstopp
Uniper verklagt Gazprom vor einem internationalen Schiedsgericht

Dass Russland kein Gas mehr nach Deutschland liefert, bereitet Uniper große Sorgen. Die Kosten für die Beschaffung von Ersatzgas beliefen sich für den Konzern bisher auf 11,6 Milliarden Euro. Nun soll Gazprom für den „erheblichen finanziellen Schaden“ aufkommen. Und das ist nicht alles.

Der angeschlagene Energiekonzern Uniper versucht, den russischen Gazprom-Konzern für die fehlenden Gaslieferungen verantwortlich zu machen. Uniper hat ein Schiedsverfahren gegen Gazprom Export vor einem internationalen Schiedsgericht beantragt, wie der Konzern in Düsseldorf mitteilte.

Uniper kündigte außerdem an, sich von seiner russischen Einheit Unipro zu trennen. Ihr Verkauf war seit anderthalb Jahren geplant. Auch ein Käufer ist laut Uniper gefunden, die Zustimmung der russischen Aufsichtsbehörden steht aber noch aus – und der Ausgang ist ungewiss. Deshalb wolle sich Uniper nun „so weit wie möglich“ rechtlich und personell von der Tochter trennen.

Uniper werde Ersatz des „erheblichen finanziellen Schadens“ verlangen, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach in Düsseldorf im Zusammenhang mit dem Schlichtungsverfahren. Bisher belaufen sich Unipers Kosten für die Beschaffung von Ersatzgas auf 11,6 Milliarden Euro.

Der Düsseldorfer Konzern ist wegen des russischen Gaslieferstopps in Schwierigkeiten geraten, da sich die Gaspreise vervielfacht haben. Das fehlende Gas muss das Unternehmen aus Russland zu hohen Preisen am Gasmarkt kaufen, um die eigenen Lieferverträge zu noch günstigeren Konditionen zu erfüllen, was zu Liquiditätsproblemen führt. Deshalb einigten sich der Konzern, die Bundesregierung und Unipers bisheriger Mehrheitsaktionär Fortum aus Finnland im September darauf, Uniper zu verstaatlichen. Der Bund soll dann rund 98,5 Prozent der Anteile an Uniper besitzen.