Russland setzt offenbar auf Waffen aus der Sowjetzeit

Russland scheint derzeit Militärfahrzeuge und Waffen für die Front in der Ukraine größtenteils aus bestehenden Lagern zu beziehen, anstatt neue Waffen zu produzieren. Das zeigen aktuelle Satellitenbilder von stillgelegten Fabriken in Russland, die dem US-Nachrichtenportal „Newsweek“ vorliegen.

Die Zahl der Militärfahrzeuge in den Lagern soll von mehr als 15.000 vor dem Krieg auf knapp über 10.000 gesunken sein. Das stünde im Widerspruch zu den Aussagen des Kremls, die Rüstungsindustrie sei während des Krieges massiv hochgefahren worden.

Wie das US Institute for War Studies (ISW) berichtet, Russland baut Fahrzeuge und andere Ausrüstung aus der Sowjetzeit, um auf deutlich höhere Verluste vorbereitet zu sein, als die Produktion kompensieren könnte.

Die Rüstungsindustrie allein wäre dazu nicht in der Lage. Das britische Institute for Strategic Studies (IISS) hatte bereits im Februar berichtet, dass Russland die derzeitige Quote von 3.000 zerstörten Militärfahrzeugen pro Jahr auffangen könne – und zwar für mindestens zwei bis drei Jahre.

Der ukrainische Militärbeobachter Kostyantyn Mashovets hatte gleichzeitig berichtet, dass die russische Rüstungsindustrie nur 250 bis 300 moderne Panzer pro Jahr produzieren und etwa ebenso viele reparieren könne. (TL)

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