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Deutschland Nachrichten

Russische Menschenrechtsorganisation: „Memorial bleibt bestehen“



Porträt

Stand: 07.10.2022 15:50 Uhr

Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial arbeitet an den Verbrechen der Sowjetzeit – wurde aber Ende 2021 vom Kreml geschlossen – möglicherweise, weil Moskau die Organisation als Stimme gegen den Ukraine-Krieg fürchtete.

Von Annette Kammerer, ARD Studio Moskau

Den diesjährigen Friedensnobelpreis teilen sich der belarussische Menschenrechtsanwalt Ales Byalyatski, die ukrainische Organisation Center for Civil Liberties und die russische Menschenrechtsorganisation Memorial. Letztere wurde Ende 2021 von einem russischen Gericht aufgelöst, nachdem die Behörden die Organisation als „ausländischen Agenten“ gebrandmarkt hatten. Es folgten strenge Auflagen, viele Durchsuchungen und dann die Schließung.

Verbot kurz vor Kriegsbeginn

Memorial sei wohl das erste Opfer im Krieg gegen die Ukraine gewesen, erklärte Sergej Kriwenko, Mitglied der Organisation, kurz nach der Verleihung des Friedensnobelpreises. „Weil die Behörden Memorial vor dem Angriff auf die Ukraine geschlossen haben.“ Memorial ist die älteste Organisation, die im gesamten modernen Russland existiert hat. „Die Behörden gingen wahrscheinlich davon aus, dass wir uns in die Mobilisierung des Landes für den Kampf gegen die Ukraine einmischen würden“, sagte der Anwalt. „Und so wurde Memorial natürlich geschlossen.

Gegründet, um sowjetische Gräueltaten aufzudecken

Memorial begann vor über 30 Jahren mit der Aufdeckung der stillschweigenden Gräueltaten der Sowjetunion und der Benennung der Opfer des stalinistischen Terrors. Es folgte unter anderem die systematische Aufarbeitung russischer Kriegsverbrechen in Tschetschenien und politischer Gefangener.

Gerade steht Memorial wieder vor Gericht in Moskau. Der Organisation droht der Verlust von Büroräumen. Aber das ist noch nicht alles, erklärte Mitarbeiterin Kriwenko. Einerseits ist Memorial eine Dachorganisation mit über 80 Organisationen innerhalb und außerhalb Russlands. Auf der anderen Seite, so Kriwenko, sei Memorial längst zu einer Idee geworden:

Gedenken geht heute weiter. Denn es gibt immer noch viele Menschen, die Dokumente ihrer unterdrückten Angehörigen sammeln. Es gibt immer wieder Anfragen an Memorial. Deshalb können wir die Arbeit selbst nicht auf Staatsgeheiß beenden, weil diese Arbeit den Menschen wichtig ist.

Friedensnobelpreis: Porträt der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial

07.10.2022 15:34 Uhr

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