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RumClub Kōloa Single-Cask im Test: süffiger Rum aus Hawaii


Koloa Rum Einzelfass
Mit diesem Rum fordern die Hawaiianer die Kubaner zum Duell heraus

Rum Club Private Selection Nr. 30: „Der weltweit erste hawaiianische Single Cask Rum“

© Geist des Rums

Auf der hawaiianischen Garteninsel Kaua’i entsteht seit 2009 ein recht junger Hotspot der Rumwelt: die Kōloa Rum Company. Erstmals gibt es aus dieser Destillerie einen Single Cask Rum – und der hat es in sich.

Er ist eine Seltenheit. Nur ein Fass dieses Rums hat es von Hawaii nach Deutschland geschafft, und das auch nur, weil es Dirk Becker und „Spirit of Rum“ gibt. Wie stolz man auf diese Entdeckung ist, war auf dem Flaschenmarkt in Bremen kaum zu übersehen. Kein Wunder, denn die Rumexperten brauchten viel Überzeugungsarbeit, um die Inselbewohner zum Kauf eines Fasses aus ihrem Lager auf Kaua’i zu bewegen. Im Nachhinein völlig unverständlich, denn was auf Hawaii in die Fässer läuft, soll und soll der Welt nicht vorenthalten werden. Und so gab es einen Vorgeschmack auf die weltweit erste Einzelfassabfüllung der Kōloa Rum Company in Bremen.

Aloha, Koloa!

Wenn Sie von Kōloa gehört haben, dann wahrscheinlich im Zusammenhang mit den tollen Mixgetränken wie Rum mit Kaffee, Kakao oder Kokosnuss. Das Sortiment umfasst auch Abfüllungen ohne diese natürlichen, aber dominierenden Zusatzstoffe, das Kernangebot umfasst einen weißer Ruma goldener Ruma dunkler Vertretereines Gewürzte Version und ein Fass aus 12 verschiedenen Chargen auswählen.

Und obwohl fast jeder dieser Drinks gut bis sehr gut ist, sind es gerade deutsche Enthusiasten, die den Kōloa jetzt so richtig auf das Kennerradar setzen. Denn „Spirit of Rum“ konnte sich bei einem Besuch auf der Garteninsel im Januar 2022 ein besonders schmackhaftes Einzelfass mit der Nummer 17-0113 sichern.

Die Fassnummer verrät, wie alt der Rum ist. Er wurde im Mai 2017 in einer dampfbefeuerten 1210-Gallonen-Kupferdestille doppelt destilliert und am 1. Juni 2017 in stark verbrannte Weißeichenfässer umgefüllt. Kōloa stellt seinen Rum aus hawaiianischem Rohrzucker und gefiltertem Bergregenwasser her. Nach der Destillation durfte der „RumClub Private Selection Edition 30 – Kōloa Hawaiian Rum Single Cask 5 Years“ in bester Insellage fünf Jahre lang unter der Sonne Hawaiis ruhen und sich entfalten.

Nachdem das Fass im Juni dieses Jahres per Schiff nach Deutschland kam, wurde der erste echte Single-Cask-Rum aus Hawaii in Fassstärke in 300 0,5-Liter-Flaschen abgezogen. Der Alkoholgehalt liegt daher bei beachtlichen 60,55 Prozent.

So schmeckt Hawaii im Glas

Während der Verkostung ist ein zweiter Blick auf das Etikett notwendig. „Mehr als 60 Prozent?“ fragt einer von denen, die von Geschäftsführer Dirk Becker in Bremen auf einen Umtrunk eingeladen wurden. „Wow, das ist unglaublich gut integriert“, antwortet ein anderer.

Tatsächlich entpuppt sich der fünfjährige Kōloa aus Fass 17-0113 als Prototyp für einen vorbildlichen Sipper, also einen sehr zugänglichen und leicht zu trinkenden Rum. Im Gegensatz zu einem Jamaikaner wie von Hampden oder ein Rum aus Trinidadder Kōloa weist keine Besonderheiten wie Aromen von verbrannten Reifen, Zement oder Lack auf, sondern entfaltet eine sehr runde, angenehme Wärme in Mund und Nase, ohne langweilig zu werden.

Die kōloa ist in der Nase überwiegend fruchtig, begleitet von frischer Orangenschale, etwas Vanille und einer angemessenen Holzmenge. Am Gaumen setzt sich der runde, fruchtige Eindruck fort, mit viel Fantasie kommen Schokoladenaromen und karamellisierte Bonbons hinzu. Zu keiner Zeit brennt der Rum an, im Abgang verabschiedet er sich mit einer angenehmen Süße. Unwahrscheinlich lecker.

Weil der „RumClub Private Selection Edition 30 – Kōloa Hawaiian Rum Single Cask 5 Years“ so entspannt ist, kommt von einem weiteren Glas keine Rede. Der Hawaiian passt zu jeder Stimmung, zu jeder Jahreszeit und zu jeder Situation. Man kann, muss sich aber nicht auf diesen Rum einstellen oder sich darauf einlassen – es reicht, wenn man einfach nur Lust auf ein sehr angenehmes Glas hat.

Gut präsentiert, jetzt nicht locker lassen

Schade, dass es so schwer schien, mit den Inselbewohnern ein Fass aus dem Lager zu rollen. Auch wenn das Kernangebot von Kōloa wirklich beeindruckend ist, so viel Potenzial der noch jungen Destillerie verbirgt sich scheinbar unter Palmwedeln.

Bleibt zu hoffen, dass die 300 Flaschen aus dem RumClub nur der Anfang sind und sich aufgrund der Rückmeldungen zu diesem kleinen Juwel auf der Garteninsel in Zukunft noch mehr traut.

Die bisher einzigartige Abfüllung ist für 99 Euro bei Rum Depot Berlin erhältlich, der Onlineshop von Whiskytempel listet den Rum als „bald verfügbar“.

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