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Rettungsschiffe treffen in Häfen ein: 509 Flüchtlinge erreichen Italien


Stand: 11.12.2022 12:18 Uhr

Die privaten Rettungsschiffe „Humanity 1“ und „Geo Barents“ brachten insgesamt 509 im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge in italienische Häfen. Viele von ihnen trugen nach Angaben der Hilfsorganisationen Folterspuren.

Zwei private Rettungsschiffe haben mehr als 500 Flüchtlinge, die im Mittelmeer an Bord gebracht wurden, in italienische Häfen gebracht. Die „Humanity 1“ des Berliner Vereins „SOS Humanity“ erreichte mit 261 Menschen Bari an der Adria. Darunter waren nach Angaben der Besatzung 93 Minderjährige, die meisten von ihnen ohne Begleitung erwachsener Verwandter.

Viele der Geretteten trugen daher Folterspuren. Einige gaben an, sexuell missbraucht worden zu sein. Als Herkunftsländer nannte „SOS Humanity“ Länder wie Syrien, Ägypten, Kamerun und die Elfenbeinküste.

Die unter norwegischer Flagge fahrende „Geo Barents“ von „Ärzte ohne Grenzen“ legte mit 248 Migranten südlich von Neapel in Salerno an. Die Frauen, Kinder und Männer wurden mit Schlauchbooten und Holzbooten vor der libyschen Küste abgeholt.

Die italienische Regierung weist Häfen schneller zu

Anders als im November, als die Schiffe wegen eines Streits mit der neuen rechten Regierung in Rom lange auf einen Hafen warten mussten und dann zunächst nicht alle auslaufen durften, ging es diesmal schneller. Nach einigen Tagen wurden Salerno und Bari zugeteilt. Allerdings waren die Städte für die Schiffe weit entfernt. Laut „SOS Humanity“ dauerte die Fahrt bei schwerer See mehr als 40 Stunden. Viele Menschen an Bord waren seekrank geworden.

Das italienische Innenministerium erklärte, die Grundhaltung der Regierung habe sich nicht geändert. Die Besatzungen nutzten die Wettervorhersage als „Vorwand“, Notfälle an Bord zu melden. Weil die Häfen und Einrichtungen zur Aufnahme von Flüchtlingen auf Sizilien überfüllt sind, wurden die Schiffe anderen Städten zugeteilt.

Zudem warf Rom den Organisationen erneut vor, die gefährliche Flucht über das Mittelmeer zu fördern. Sie sind daher ein entscheidender Faktor bei der illegalen Einwanderung.

Küstenwache rettet Fischerboot mit 400 Menschen

Aber auch ohne die Hilfe privater Seenotretter erreichen weiterhin Flüchtlinge die italienischen Küsten. Am Samstagabend wurde ein Fischerboot mit etwa 400 Menschen an Bord von der Küstenwache gerettet und zum Hafen von Reggio Calabria eskortiert.

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums überquerten in diesem Jahr mehr als 97.000 Flüchtlinge das Mittelmeer nach Italien.