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Rentenalter: Bundeskanzler Scholz will weniger Frührentner


Stand: 11.12.2022 05:53 Uhr

Viele Mitarbeiter gehen früher in den Ruhestand. Bundeskanzler Scholz sieht darin ein Problem – und will dafür sorgen, dass künftig mehr Menschen erst mit 67 in Rente gehen.

Bundeskanzler Olaf Scholz will, dass weniger Menschen vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in Rente gehen. „Es ist wichtig, den Anteil derjenigen zu erhöhen, die wirklich bis zum Rentenalter arbeiten können. Das fällt vielen heute schwer“, sagte der SPD-Politiker gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung „Ouest-France“.

„Steigerungspotenzial“ sieht Scholz auch beim Frauenanteil auf dem Arbeitsmarkt. „Aber damit das funktioniert, müssen wir die Ganztagsangebote in Krippen, Kitas und Schulen ausbauen.“

Arbeitskräftemangel

Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung gehen immer mehr Menschen in Deutschland in den Vorruhestand. Demnach scheiden viele im Alter von 63 oder 64 Jahren aus dem Arbeitsmarkt aus – und damit deutlich vor der Regelaltersgrenze.

Gleichzeitig leidet die deutsche Wirtschaft unter Arbeitskräftemangel. „Wir können einiges auffangen, indem wir bessere Startchancen für junge Menschen schaffen und in die berufliche Aus- und Weiterbildung investieren“, sagte Scholz. „Und wir werden auch Zuwanderung aus anderen Ländern brauchen, um unseren Wohlstand zu sichern.“

Scholz: „Wir sind längst ein Einwanderungsland“

Scholz verteidigte auch das Vorhaben der Bundesregierung, die Einbürgerung in Deutschland zu erleichtern. „Wer nach Deutschland eingewandert ist, wurde lange so behandelt, als würde er das Land später wieder verlassen – die Einbürgerung stand nicht im Vordergrund“, sagte er. „Aber wir sind schon lange ein Einwanderungsland und wollen es jetzt an internationale Standards anpassen.“

In vielen Staaten wird die Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren erworben. Das solle auch hierzulande gelten, „wenn man Deutsch spricht, seinen Lebensunterhalt selbst verdient und keine Straftaten begangen hat“, sagte Scholz. Die Ampel hatte zuletzt mit mehreren Gesetzesvorschlägen begonnen, die deutsche Migrationspolitik zu reformieren, etwa mit dem sogenannten Bleiberecht und Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht.