Protest in Schweden gegen israelische Teilnahme am ESC

Stand: 9. Mai 2024 20:02 Uhr

Politik statt Musik: In Malmö forderten vor dem Halbfinale des Eurovision Song Contest Tausende den Ausschluss Israels. Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg war vor Ort. Der Protest gegen den Gaza-Krieg findet auch auf der Bühne statt.

Vor dem zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) haben rund 5.000 Menschen in Malmö friedlich gegen die Teilnahme Israels protestiert. Sie forderten den Ausschluss des Landes vom Musikwettbewerb. Auf Plakaten kritisierten die Demonstranten das Vorgehen Israels im Gazastreifen als „Völkermord“. Die Demonstranten kritisierten auch die Europäische Rundfunkunion EBU, weil Russland nach dem Angriff auf die Ukraine aus dem ESC ausgeschlossen worden sei, Israel hingegen nicht, ungeachtet seines Vorgehens im Gazastreifen.

Die Teilnehmerzahl der Demonstration blieb deutlich unter den Erwartungen; Es waren rund 30.000 Demonstranten erwartet worden. Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Der israelische Sänger Eden Golan ist Teilnehmer des zweiten ESC-Halbfinales. Golans Auftritt sorgt seit Wochen für Proteste.

Der israelische Sänger Eden Golan steht im Halbfinale des Eurovision Song Contest. Tausende demonstrierten für ihren Ausschluss.

Viele Palästinenser leben in Malmö

An der Kundgebung nahm neben vielen Familien auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg teil, die für ihre pro-palästinensischen Positionen bekannt ist.

Malmö ist die Heimat der Mehrheit der palästinensischen Gemeinschaft in Schweden. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas vor mehr als sieben Monaten finden in der Stadt regelmäßig pro-palästinensische Kundgebungen statt.

Es gab auch eine Demonstration mit Musik zur Unterstützung Israels. Es wird auch eine weitere Demonstration gegen die Beteiligung Israels geben. Die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei in Malmö wurden wie geplant deutlich erhöht – unter anderem mit Unterstützung aus Dänemark und Norwegen.

Mehrere Teilnehmer für den Ausschluss Israels

Die erforderliche Neutralität des Musikwettbewerbs hatte der schwedische Sänger Eric Saade bereits im ersten Halbfinale am Dienstag eingefordert. Während seines Auftritts trug er einen palästinensischen Schal am Arm, was von den Veranstaltern und dem schwedischen Fernsehsender SVT kritisiert wurde. Sie betonten den unpolitischen Charakter der Veranstaltung, die vor allem für ihre schrillen Darbietungen bekannt ist.

„Es sollte Demonstrationen geben, die Leute sollten ihre Meinung äußern, die Leute sollten boykottieren“, sagte Magnus Bormark, der mit seiner Gruppe Gate für Norwegen kandidiert. Gate hatte zusammen mit anderen Teilnehmern zuvor öffentlich einen dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert.

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