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Paris: Junger Deutscher stirbt bei Messerangriff unweit des Eiffelturms


Messerangriff in Paris
Junger Deutscher stirbt bei mutmaßlichem Terroranschlag unweit des Eiffelturms

Paris, Frankreich. Nach dem tödlichen Angriff patrouillieren Polizisten in der Nähe des Eiffelturms

© Christophe Ena / DPA

Ein mutmaßlicher Islamist ersticht sich Paris ein Deutscher und wird von der Polizei überwältigt. Auch der Nahostkrieg könnte ein Motiv für sein Verbrechen sein. Klar ist aber: Der Täter war der Polizei bekannt.

Ein mutmaßlicher Islamist hat in Paris unweit des Eiffelturms einen deutschen Touristen mit einem Messer getötet und zwei weitere Menschen verletzt. Die Polizei nahm den Mann am Samstagabend fest. Wegen seines radikalen Islamismus und seiner erheblichen psychischen Störungen sei er der Polizei bereits bekannt gewesen, sagte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin. Nach Angaben des Senders franceinfo sitzt der gebürtige Franzose mit iranischen Eltern bereits seit vier Jahren wegen eines geplanten Anschlags auf das Geschäftsviertel La Défense in Paris im Jahr 2016 im Gefängnis.

Der Angreifer griff am Abend ein „deutsches Touristenpaar“ auf einer Brücke an. Die Frau sei nicht körperlich verletzt worden, habe aber einen Schock erlitten, sagte Darmanin. Der Mann sei am Rücken und an der Schulter getroffen worden und habe einen Herzstillstand erlitten, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf die Polizei. Anschließend flüchtete der Angreifer und griff anschließend zwei weitere Personen an, bevor er festgenommen wurde.

Paris: Baerbock und Macron drücken nach dem Anschlag ihr Beileid aus

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Opfer um einen 23-Jährigen, der sowohl die deutsche als auch die philippinische Staatsbürgerschaft besaß. Bei den beiden Verletzten, die möglicherweise mit einem Hammer angegriffen wurden, handelt es sich um einen 66-jährigen Briten und einen 60-jährigen Franzosen. Am Sonntagnachmittag seien sie wieder bei guter Gesundheit gewesen, hieß es.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) schrieb auf X, ihre Gedanken seien bei den Freunden und der Familie des getöteten jungen Deutschen. „Fast sein ganzes Leben lag vor ihm.“ Baerbock wünschte den Verletzten eine baldige Genesung.

Der französische Präsident Emmanuel Macron drückte den Angehörigen des verstorbenen deutschen Staatsbürgers sein Beileid aus. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich bestürzt über X und schrieb: „Es wird einmal mehr deutlich, warum wir Hass und Terror entschieden entgegentreten.“ Die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft sagte, sie werde den Angriff untersuchen.

Geständnisvideo in den sozialen Medien

Laut Darmanin sagte der mutmaßliche Täter nach seiner Festnahme, er könne es nicht länger ertragen, dass Muslime sowohl in Afghanistan als auch in Palästina sterben. Der Mann glaubte, dass Frankreich am israelischen Krieg im Gazastreifen beteiligt war und als Märtyrer sterben wollte. Der Mann soll bei seiner Festnahme „Allahu Akbar“ (ungefähr: „Gott ist der Größte“) gerufen haben, berichteten BFMTV und „Le Parisien“ unter Berufung auf die Polizei. Auch ein Bekennervideo soll gefunden worden sein. Laut Le Parisien soll der mutmaßliche Täter der Terrororganisation Islamischer Staat die Treue geschworen haben. Er soll behaupten, er handele, um „die Muslime zu rächen“.

In Frankreich gilt seit Wochen die höchste Terroralarmstufe, nachdem Anfang Oktober ein junger Islamist einen Lehrer getötet hatte. Mit Blick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Paris zeigte sich der Generalsekretär der Gewerkschaft für Innere Sicherheit nach dem Anschlag vom Sonntag „sehr besorgt“ und sprach von einer „großen Herausforderung“.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mehrmals aktualisiert.

Flosse
AFP