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Neue Tarifrunde bei der Bahn: Werden es harte Wochen für Reisende?


Neue Tarifrunde bei der Bahn: Werden es harte Wochen für Reisende?

Stand: 9. November 2023 5:16 Uhr

Heute beginnt die erste Gesprächsrunde zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Den Reisenden könnten unangenehme Wochen bevorstehen, da bereits ein harter Zollkampf bevorsteht.

Es soll Claus Weselskys letzter Streich als Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sein. Der 64-jährige gebürtige Dresdner und gelernte Lokführer will sich im nächsten Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Seit 2008 prägt Weselsky mit seinen prägnanten Megaphonrufen die Tarifstreitigkeiten mit der Deutschen Bahn.

Auch die diesjährigen Tarifverhandlungen dürften schwierig werden. Weselsky kündigte im Vorfeld harte Maßnahmen an – sogar in den Weihnachtswochen könne es zu einem Arbeitsstopp kommen, so der GDL-Chef. Weselsky weist die Schuld am schlechten Timing zurück. Die Deutsche Bahn und insbesondere Personalchef Martin Seiler verzögerten die Verhandlungen.

Noch ist keine Annäherung in Sicht

Die GDL verlangt 555 Euro mehr pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem wird eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnabzüge gefordert.

Auch bei der Bahn will die GDL ihren Einfluss ausbauen und erstmals auch für Mitarbeiter im Infrastrukturbereich verhandeln. Die Gewerkschaft hat dort noch keine Tarifverträge. Er vertritt im Wesentlichen das Zugpersonal und die Mitarbeiter der Fahrzeugwartung.

Bahn-Personalvorstand Seiler hält die Forderungen der Gewerkschaft für „unerfüllbar“, denn „würden wir den Forderungen der GDL nachkommen, würden unsere Personalkosten um über 50 Prozent steigen und das ist durch nichts, durch gar nichts zu rechtfertigen.“

Keine direkte Schlichtung Beginn der Verhandlungen

Insbesondere die Forderung der Gewerkschaft nach einer Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich sei „nicht umsetzbar“, sagte der Bahn-Personaldirektor: „Wenn wir das vollständig umsetzen würden, müssten wir einstellen.“ rund 10.000 zusätzliche Mitarbeiter für Schichtarbeit.“ Das sei angesichts des angespannten Arbeitsmarktes unvorstellbar.

Will den Einfluss seiner Gewerkschaft ausbauen: GDL-Chef Claus Weselsky

Für Weselsky wäre das allerdings ein Grund, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären, sagte er in der „Berliner Morgenpost“. Bahn-Personalchef Seiler bot deshalb an, schon vor der ersten Verhandlungsrunde einen Schlichter einzuschalten – und das nicht erst nach wochenlangen frustrierenden Verhandlungen.

Die GDL lehnte dies ab. Die GDL war in der Vergangenheit immer offen für Schlichtungsverfahren; Allerdings gab es ein solches Format von Anfang an nie. „Wenn von Anfang an ein Schlichter eingeschaltet wird, scheidet der Verhandlungsführer selbst aus dem Rennen aus“, sagte Weselsky der „Südwest Presse“.

GDL-Warnstreiks auch im privaten Bereich Verkehrsunternehmen

Auch das Verkehrsunternehmen Transdev streikte die GDL zuletzt in Teilen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Sachsen. Nach Angaben der Gewerkschaft boten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von elf Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren an. Allerdings fordert die Gewerkschaft 555 Euro mehr Geld über einen Zeitraum von einem Jahr und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit.

Im Tarifvertrag mit der Gewerkschaft EVG, der erst Ende August geschlossen wurde, vereinbarte die Bahn eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten um 410 Euro monatlich und eine steuerfreie Einmalzahlung von 2.850 Euro.

Das wird Weselsky und seiner GDL nicht reichen. Weselsky sagte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“), die EVG habe mit dem Verhandlungsergebnis keine „große Stärke“, sondern vor allem „starke Kompromissbereitschaft“ bewiesen.

Streikabstimmung über unbefristete Streiks

Sollte die Deutsche Bahn den Forderungen der GDL nicht nachkommen, sei am Ende des ersten Verhandlungstages eine Streikabstimmung über unbefristete Streiks bei der GDL denkbar, sagte Weselsky in einem „Morgenpost“-Interview.

Bahn-Personalvorstand Seiler bietet den GDL-Mitgliedern eine Art Vorschuss an: eine Einmalzahlung von 1.500 Euro aus der Inflationsausgleichsprämie im Dezember – auch in der Hoffnung, den von der Bahn angestrebten 14-tägigen „Weihnachtsfrieden“ zu erreichen .

Weselsky sagte der „SZ“, dass „der beste Weg, an Weihnachten Ruhe zu haben“, schnelle Verhandlungen seien. „Wir haben noch zwei Monate bis Weihnachten, dann könnten wir locker fertig sein.“

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