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Deutschland Nachrichten

Neue Regeln ab Dezember: Mehr Schutz vor Telefonbetrug


Stand: 01.12.2022 14:18 Uhr

Ein neues Telefonschutzgesetz soll ab heute betrügerische Anrufe eindämmen. Netzbetreiber werden zur Rechenschaft gezogen. Wie sollen Kriminelle gestoppt werden?

Von Emal Atif, tagesschau.de

Telefonbetrug hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Und auch die Methoden werden mutiger. Beispielsweise verschleiern Kriminelle ihre wahre Identität, indem sie eine gefälschte Nummer auf dem Telefonbildschirm eines potenziellen Opfers anzeigen. Unter anderem werden die Notrufnummern 110 oder 112 missbraucht. Kriminelle geben sich als Mitarbeiter der Polizei, einer Behörde oder einer Bank aus – mit dem Ziel, Zugangsdaten zu Bankkonten zu erhalten oder Bargeld zu erhalten. Die Anrufe selbst kommen meist aus dem Ausland.

Bislang wenig Spielraum

Bisher hat die Bundesnetzagentur große Schwierigkeiten, gegen kriminelle Telefonbetrüger vorzugehen. Nach § 123 Telekommunikationsgesetz (TKG) können Sie ganze Rufnummern abschalten. Die Maßnahme macht allerdings wenig Sinn, wenn Täter bei der Manipulation der Nummernanzeige bestehende Telefonnummern nutzen.

Seit einem Jahr kann die Bundesnetzagentur unter bestimmten Voraussetzungen vom Anbieter eine Auskunft über den Anrufer anfordern. Personenbezogene Daten werden jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen in der Regel nach sieben Tagen gelöscht. Dies macht es schwierig, die ursprüngliche Anzahl zu bestimmen. Da zudem die meisten Anrufe aus dem Ausland kommen oder darüber umgeleitet werden, unterliegen sie nicht der Nummernverwaltung durch die deutschen Bundesbehörden. Das machte es den Tätern leicht.

Sperren Sie bestimmte Nummern

Doch damit soll nun Schluss sein. Ab heute, dem 1. Dezember, sollen Verbraucher besser geschützt und damit weniger Opfer von Telefonbetrug werden. Das neue Telefonschutzgesetz verpflichtet Netzbetreiber: Bei Anrufen aus ausländischen Netzen darf keine deutsche Rufnummer angezeigt werden. Einzige Ausnahme sind Urlauber, die sich vorübergehend im Ausland aufhalten und von einer Inlandsnummer nach Deutschland telefonieren.

Außerdem müssen die Anbieter Anrufe mit bestimmten Nummern stornieren. So werden beispielsweise Fake-Anrufe an die Notrufnummern 110 oder 112 gar nicht erst zugestellt. Auch teure Sondernummern wie (0)900 oder (0)137, bei denen der Tarif beliebig hoch eingestellt werden kann, müssen gekündigt werden.

Verbraucherschützer begrüßen Gesetz

Die Verbraucherzentrale in Deutschland begrüßt das neue Gesetz. Welche Auswirkungen die Maßnahmen in der Praxis haben würden, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht abgeschätzt werden. Sollte die Zahl der Beschwerden nicht zurückgehen, könnten gesetzliche Anpassungen notwendig werden, so Susanne Blohm vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Dies gilt es aber in den kommenden Jahren und Monaten zu beobachten. „Auch hier muss man sicherlich abwarten, ob es Lücken gibt, die man ausnutzen kann. Gerade im Telekommunikationsbereich gibt es ständig technische Entwicklungen, die sich Menschen mit kriminellen Absichten zunutze machen können“, sagt Blohm.

In Zukunft wohl mehr Anrufe mit unterdrückter Nummer

Die neue Regelung erschwert es Betrügern, mit gefälschten Nummern anzurufen. Das Ergebnis: Ab Dezember rechnet die Bundesnetzagentur mit einer Zunahme von Anrufen ohne angezeigte Rufnummer. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle diese Anrufe einen kriminellen Hintergrund haben. Denn es gibt berechtigte Gründe für die Rufnummernunterdrückung. Die Bundesstelle rät generell, sich über die Identität des Anrufers zu vergewissern.

Bundesnetzagentur für mehr Schutz vor Rufnummernmanipulation

Jörg Sauerwein, WDR, 29.11.2022 20:22 Uhr

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