Jannah Theme License is not validated, Go to the theme options page to validate the license, You need a single license for each domain name.

Netzagentur will niedrigere Stromtarife für Windkraftregionen


Netzagentur will niedrigere Stromtarife für Windkraftregionen

Stand: 12.08.2023 16:55 Uhr

Der Großteil der Windenergie kommt aus dem Norden. Doch die nördlichen Bundesländer profitieren nicht von günstigeren Strompreisen. Das will der Präsident der Bundesnetzagentur ändern. Sein Vorschlag: niedrigere Netzentgelte für diese Regionen.

Die Bundesnetzagentur hat sich für eine Reform der Strompreise mit niedrigeren Gebühren für Regionen mit viel Windkraft ausgesprochen. Der Präsident der Behörde, Klaus Müller, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass es im Bundestag einen Gesetzentwurf gebe, der die Netzagentur ermächtigen soll, gerechte Netzentgelte einzuführen. „Sobald das Gesetz verabschiedet ist, werden wir einen Vorschlag für die Reform unterbreiten.“

Finanziell besonders stark belastet wurden bislang Regionen, die besonders auf Windkraft angewiesen sind. Bundesländer im Norden – mit einer vergleichsweise hohen Produktion erneuerbarer Energien – sehen sich derzeit im Nachteil, weil sie aufgrund des notwendigen Netzausbaus höhere Kosten zahlen als im Süden Deutschlands. „Ich treffe in den Bundesländern keine Energieminister, die dieses historisch gewachsene System noch befürworten“, sagte Müller. Schließlich sind auch Regionen im Süden Deutschlands betroffen, in denen viele Windkraftanlagen errichtet und ans Netz angeschlossen sind.

Sein Eindruck ist, dass die Energieminister aller Bundesländer hinter seinen Reformplänen stehen. „Denn es liegt auf der Hand, dass wir den Ausbau erneuerbarer Energien belohnen sollten. Ich kann den Frust vieler Bürger und Regionen verstehen.“

„Auf engen Dialog mit den Ländern setzen“

Ziel müsse es sein, die ausbaubedingten Netzkosten zwischen den Regionen gerecht zu gestalten, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums mit Blick auf erneuerbare Energien. Dabei sind europäische Vorgaben zu beachten. „Gleichzeitig setzen wir auf einen engen Dialog mit und zwischen den Bundesländern.“

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen Netzentgelte von einer unabhängigen Regulierungsbehörde festgelegt werden. In Deutschland ist dies die Netzwerkagentur. Im Mai hat das Kabinett eine entsprechende Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes auf den Weg gebracht.

Die nördlichen Bundesländer sehen sich benachteiligt

Eine Strompreisreform wird schon seit Längerem diskutiert. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sagte im Juni: „Es kann nicht sein, dass in Norddeutschland die höchsten Netzentgelte gezahlt werden, weil wir dort die Energie produzieren und dafür sorgen, dass der Strom letztlich in den Süden kommt.“ Andererseits sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Mai, dass Strom im Süden nicht teurer und im Norden billiger sein könne.

Netzagentur will niedrigere Stromtarife für Windkraftregionen

gb02 De