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Nato-Truppen an der Ostflanke: Bundeswehroffizier: „Sind bereit, Litauen zu verteidigen“

NATO-Truppen an der Ostflanke
Bundeswehroffizier: „Sind bereit, Litauen zu verteidigen“

Seit 2017 ist Litauen Standort der von Deutschland geführten NATO-Kampfgruppe. Die Mission gilt als Vorzeigemission der Bundeswehr. Kommandant Marco Maulbecker sieht seine Soldaten für den Ernstfall gut gerüstet.

Zum besseren Schutz der baltischen Staaten und zur Stärkung der Nato-Ostflanke betreibt die Bundeswehr seit fünf Jahren eine Nato-Battle Group in Litauen. Angesichts der Sicherheitsbedürfnisse der östlichen Nato-Partner sei die Präsenz der Truppen unter deutscher Führung ein „äußerst wichtiges und notwendiges Signal“, dass die Nato-Staaten ihre Bündnisverpflichtungen ernst nehmen, sagte Oberstleutnant Marco Maulbecker in Pabrade. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und Russlands Verbündeten Weißrussland, dessen Territorium als Aufmarschgebiet für russische Truppen im Krieg gegen die Ukraine diente.

Glaubwürdige Abschreckung und Beruhigung nennt Kommandant Maulbecker den Auftrag der multinationalen Nato-Einheit. „Wir stehen solidarisch zusammen und wehren gemeinsam jede Aggression ab. Wenn das nicht reicht, dann sind wir natürlich bereit, Litauen zu verteidigen“, sagte der 41-jährige Offizier.

„Litauen ist ein friedliches Land“

Maulbecker ist Kommandeur des Panzerbataillons 203 in Augustdorf. Er übernahm im August das Kommando über die Kampfgruppe in dem EU- und Nato-Land. Die Mission gilt als Vorzeigemission der Bundeswehr. „Wir bereiten uns hier auf den Ernstfall vor. Wir üben auch regelmäßig mit litauischen Truppen“, sagte Maulbecker am Rande des zweimal jährlich stattfindenden „Iron Wolf II“-Manövers, an dem von Mitte bis Ende Oktober rund 3.500 Soldaten aus zehn Nato-Staaten teilnahmen . Länder und 700 Militärfahrzeuge nahmen teil. Das Zusammenspiel der Streitkräfte der Bündnispartner wurde trainiert. So wurden beispielsweise Angriffs- und Verteidigungsoperationen durchgespielt. „Wir zeigen, dass die Kampfgruppe einsatzbereit ist.“

Das Bedrohungspotential ist laut Maulbecker derzeit eher gering. „Litauen ist ein friedliches Land“, sagte der Kommandant. Gleichzeitig muss die geografisch und historisch bedingte „höhere Bedrohungswahrnehmung“ im Baltikum berücksichtigt werden, die sich von der der deutschen Bevölkerung unterscheidet.

Kampfgruppe umfasst 1600 Soldaten

Litauen ist seit 2017 Standort der von Deutschland geführten Nato-Kampfgruppe, die derzeit rund 1.600 Soldaten umfasst. Mehr als die Hälfte von ihnen gehört der Bundeswehr an. Vor dem Hintergrund der russischen Aggression gegen die Ukraine war die Nato-Einheit bereits vor Kriegsbeginn durch zusätzliche Kräfte verstärkt worden.

Die Truppe wird in die litauische Infanterie-Brigade „Eiserner Wolf“ in Rukla eingegliedert. „Die militärische Zusammenarbeit hat sich über die Jahre zu einem freundschaftlichen Verhältnis und einer engen Kameradschaft entwickelt“, lobte Maulbecker die Unterstützung der Gastgeber für die halbjährlich wechselnde Mission, die es auch in den beiden anderen baltischen Staaten Estland und Lettland gibt.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine beschloss die NATO, ihre langfristige Präsenz an ihrer Ostflanke weiter zu stärken. Deutschland wird für Litauen eine Kampftruppenbrigade mit 3.000 bis 5.000 Soldaten führen, deren Führungsstab kürzlich in Dienst gestellt wurde.

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