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Nach WM-Kritik von Faeser: Katar bestellt deutschen Botschafter vor


Stand: 28.10.2022 17:20 Uhr

Die kritischen Äußerungen von Innenminister Faeser zur Menschenrechtssituation in Katar haben Folgen: Das Außenministerium des Landes hat den deutschen Botschafter vorgeladen – und ihm eine Protestnote überreicht.

Das Außenministerium von Katar hat den deutschen Botschafter vorgeladen und ihm eine Protestnote zu den Äußerungen von Innenministerin Nancy Faeser zur WM 2022 in seinem Land überreicht. Das Auswärtige Amt hat sich dazu noch nicht geäußert.

In einem Interview mit einem lokalen Fernsehsender kritisierte Faeser die Menschenrechtslage in Katar. Faeser hatte etwa gesagt: „Da müssen Kriterien eingehalten werden, und dann wäre es besser, solche Staaten nicht zu vergeben.“

WM vom 20.11

Ab dem 20. November findet die WM in dem Golfstaat statt, der sowohl wegen des Termins zum Jahresende als auch wegen Menschenrechtsvorwürfen gegen das Land umstritten ist. Frauen und Männer sind im Land nicht gleichberechtigt. Schätzungen zufolge starben beim Bau der WM-Stadien bis zu 6.500 ausländische Arbeiter. Katar weist dies zurück und spricht von weniger als 50 Todesopfern.

Scholz hatte von Fortschritt gesprochen

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach bei seinem Besuch in Katar von Fortschritten im Umgang mit Arbeitnehmern, auch wenn die Verhältnisse in Katar nicht denen in Deutschland entsprächen.

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