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Nach starker Kursrallye: Dem DAX drohen Kursverluste



Marktbericht

Stand: 28.11.2022 07:36 Uhr

Der DAX dürfte im Minus in die neue Woche starten. Nach der rasanten Kursrallye der Vorwoche, die den DAX auf ein Fünfmonatshoch trieb, könnte der weitere Weg nach oben nun deutlich schwieriger werden.

Negative Vorgaben der Überseebörsen belasteten am Morgen den deutschen Aktienmarkt. Der Broker IG schätzt den DAX 0,5 Prozent tiefer auf 14.463 Punkte ein. Am Freitag notierte der deutsche Leitindex noch bei 14.571 Punkten, dem höchsten Stand seit Anfang Juni.

Es war der krönende Abschluss einer beeindruckenden Rallye. Der deutsche Leitindex konnte seinen Jahresverlust von 25 Prozent bis Ende September in erstaunlichem Tempo auf unter neun Prozent reduzieren.

DAX vor „entscheidender Woche“

Rückenwind für den DAX kam zuletzt von Spekulationen über eine Zinssenkung der US-Notenbank. Im Wochenverlauf sorgten auch binnenwirtschaftliche Daten für Erleichterung. Am Markt machte sich nun Hoffnung breit, dass die deutsche Wirtschaft besser als bisher befürchtet durch den Winter kommen könnte.

Angesichts des am Freitag dieser Woche anstehenden US-Arbeitsmarktberichts und weiterer wichtiger Konjunkturdaten aus Deutschland, der Eurozone und den USA, die den Takt vorgeben, dürfte es laut Marktexperte Andreas Lipkow eine „entscheidende Woche“ werden. Mit Spannung werden auch die Reden von Fed- und EZB-Mitgliedern erwartet.

Ziel von 14.700 Punkten

Aus technischer Sicht ist der DAX nach der langen, starken Kursrallye immer noch klar „überkauft“; Vor diesem Hintergrund sollten Gewinnmitnahmen nicht überraschen.

Insgesamt haben sich die technischen Aussichten für den deutschen Leitindex zuletzt aber deutlich verbessert. Das nächste Kursziel für die DAX-Bullen ist nun die Marke von 14.709 Punkten. Der nächste ernsthafte Widerstand liegt auf dem Niveau des Zwischenhochs vom Juni.

Dow-Future nach unten

Negative Vorgaben für den DAX-Handel kommen von den US-Futures, die morgens alle im Minus sind. Der Future auf den Leitindex Dow Jones verliert aktuell 0,5 Prozent, der Future auf den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 sogar 1,0 Prozent tiefer. Heute kehren US-Anleger vom Thanksgiving-Wochenende an die Börse zurück.

Am Schwarzen Freitag wurde der Handel an der Wall Street mit dünnen Verkäufen verkürzt. Während dieser Sitzung gelang es den wichtigsten Indizes nicht, eine gemeinsame Richtung zu finden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,5 Prozent höher bei 34.347 Punkten. Der technologielastige Nasdaq fiel um 0,5 Prozent auf 11.226 Punkte. Der breite S&P 500 zeigte sich mit 4026 Punkten kaum verändert.

Die Proteste in China belasten die asiatischen Aktienmärkte

Auch von den asiatischen Börsen kommen negative Signale für den DAX-Handel. Die Proteste in China gegen die strengen Corona-Beschränkungen Anfang der Woche verstärken die Sorgen der Anleger über den Umgang mit dem Virus in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Fallzahlen in China hatten am Montag mit über 40.000 Neuinfektionen den dritten Tag in Folge ihren Höhepunkt erreicht.

Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, beendete den Handel mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 28.163 Punkte. Die Shanghai Stock Exchange verlor 1,0 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 1,6 Prozent.

Euro und Gold etwas niedriger

Im asiatischen Devisenhandel zeigt der Dollar Stärke gegenüber anderen wichtigen Währungen. Gleichzeitig fiel der Euro um 0,2 Prozent auf 1,0347 US-Dollar. Eine Feinunze Gold fiel im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 1.749 $.

Brenntag vor Mega-Übernahme

Im DAX liegt der Fokus auf der Brenntag-Aktie. Das Unternehmen strebt seine bisher größte Akquisition an. Brenntag befindet sich in Verhandlungen mit dem US-Konkurrenten Univar, wie von Brenntag und Univar bestätigt. Brenntag-Chef Christian Kohlpaintner erklärte kürzlich, der nordamerikanische Markt sei „robuster als viele denken“ und attraktiver als der unter der Energiekrise leidende europäische.

Durch eine Fusion könnte ein Unternehmen mit einem Umsatz von über 30 Milliarden US-Dollar entstehen. Brenntag hat derzeit eine Marktkapitalisierung von rund elf Milliarden Euro. Das in Illinois ansässige Unternehmen Univar wird an der Börse mit mehr als 5 Milliarden US-Dollar bewertet.

Adler Group bekommt mehr Zeit und Geld

Eine Gruppe von Anleihegläubigern von Adler Goroup, darunter Blackrock und Pimco, sind bereit, die im Jahr 2024 fälligen Anleihen um ein Jahr zu verlängern – im Gegenzug für eine Zinserhöhung – und die Zinsen bis zur Fälligkeit aufzuschieben. Darüber hinaus stellen sie frisches, aber hochverzinsliches Fremdkapital in Höhe von über 937,5 Millionen Euro zur Verfügung. Vorstandsvorsitzender Stefan Kirsten sprach am Wochenende von einem „Befreiungsstreik“.