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Deutschland Nachrichten

Milliardenverlust: Norwegischer Staatsfonds mit Sorgen


Stand: 28.10.2022 14:41 Uhr

Norwegen finanziert seine Sozialleistungen über einen Staatsfonds, der die Öleinnahmen hauptsächlich in Aktien investiert. Im Zuge der schwächelnden Konjunktur hat sie nun Milliardenverluste erlitten.

Der norwegische Staatsfonds erlitt im dritten Quartal aufgrund globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten einen Verlust von rund 44 Milliarden Euro. Wegen der schwächelnden Aktienmärkte infolge von Kriegs-, Inflations- und Rezessionsängsten meldete der weltgrößte Staatsfonds heute einen Verlust von 449 Milliarden Kronen.

Rendite um 4,4 Prozent gesunken

Die Kapitalrendite des rund 1,15 Billionen Euro schweren Fonds lag damit von Juli bis September bei minus 4,4 Prozent – ​​lag aber immer noch um 0,14 Prozentpunkte über der Rendite seines Referenzindex. Negativ sei die Rendite bei Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und nicht börsennotierten Immobilien, sagte der stellvertretende Chef der Fondsgesellschaft Norges Bank Investment Management, Trond Grande.

„Das dritte Quartal war geprägt von steigenden Zinsen, hoher Inflation und dem Krieg in Europa. Das hat sich auch auf die Märkte ausgewirkt“, sagte Grande. Der Staatsfonds investiert die Einnahmen der norwegischen Regierung aus dem Öl- und Gassektor. Er ist an mehr als 9.300 Unternehmen weltweit beteiligt und besitzt 1,3 Prozent aller börsennotierten Aktien.

Im vergangenen Jahr hatte der Fonds glänzend verdient. Damals machte er einen Gewinn von 1,58 Billionen Kronen (158 Milliarden Euro) und erzielte damit eine Rendite von 14,5 Prozent.

Norwegens Staatsfonds, der größte rohstoffbasierte Fonds der Welt

Norwegens Government Pension Fund – Global ist der weltweit größte Staatsfonds, vor der China Investment Corporation und der Kuwait Investment Authority. Weltweit gibt es zahlreiche solcher Fonds – je nach Auslegung zwischen 98 und 150. Was unter einem Staatsfonds zu verstehen ist, ist nicht klar. Einerseits geht es um die Finanzierung und andererseits um die Verwendung des Geldes.

„Generell kann man zwischen rohstoffbasierten und nicht rohstoffbasierten Staatsfonds unterscheiden“, erklärt Timm Bönke, Professor für Öffentliche Finanzen an der Freien Universität Berlin, im Gespräch mit tagesschau.de. Ziel rohstoffbasierter Fonds ist es, die Erträge aus der Rohstoffgewinnung außerhalb des Landes anzulegen, um eine zu große wirtschaftliche Abhängigkeit und einen Anstieg des Preisniveaus zu verhindern. Letztlich fließen nur die Einnahmen aus dieser Investition zurück in die lokale Wirtschaft.

Auch der norwegische Rentenfonds gehört zu dieser Kategorie. Das Land hat den Fonds in den 1990er Jahren ins Leben gerufen, um die Wirtschaft vor Ölpreisschwankungen abzusichern und umfangreiche sozialstaatliche Leistungen zu finanzieren. „Der norwegische Staatsfonds ist ein Hybrid, weil er eine zweite wichtige Funktion hat: das Sparen für künftige Generationen“, sagt Bönke.

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