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Mexikos Chefermittler tritt nach Justizskandal zurück Current America |  DW


Acht Jahre nach der Entführung von 43 Studenten in Mexiko tritt der Chefermittler einer Spezialeinheit zurück. Omar Gómez Trejo, der den Familien der Opfer nahe stand, trat nach Streitigkeiten innerhalb der Staatsanwaltschaft zurück, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador. Zuletzt waren Dutzende bereits ergangene Haftbefehle zurückgezogen worden, darunter 16 gegen Angehörige der Streitkräfte.

Am Montag, dem Jahrestag des Verschwindens der jungen Männer, hatten ihre Familien die Ermittlungen kritisiert. Die Angeklagten seien kürzlich festgenommen worden, sagte der Anwalt der Opfer, Vidulfo Rosales. Mehrere andere Haftbefehle wurden jedoch wieder aufgehoben. Tausende Menschen gingen in Mexiko-Stadt auf die Straße, um das Verbrechen aufzuklären, und riefen: „Ihr habt sie lebend mitgenommen – wir wollen sie lebend zurück.“ Am Rande der Demonstration kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Was ist 2014 wirklich passiert?

Laut offizieller Darstellung entführten korrupte Polizisten in der Nacht zum 27. September 2014 die Studenten der Pädagogischen Hochschule Ayotzinapa in der südlichen Stadt Iguala und übergaben sie dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos. Gangmitglieder sollen die Studenten für Mitglieder eines rivalisierenden Kartells gehalten, sie ermordet und die Leichen auf einer Müllhalde verbrannt haben.

Tausende Menschen forderten am Montag eine Aufklärung des Verbrechens in Mexiko-Stadt

Unabhängige Experten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission stellen diese Darstellung jedoch in Frage. Die Hintergründe der Tat sind bis heute nicht aufgeklärt. Bisher wurden nur Knochenfragmente von drei der jungen Männer gefunden und identifiziert. Im August bezeichnete eine Wahrheitskommission die Tat als Staatsverbrechen und erklärte die Studenten für tot. Demnach sollen auch Bundesbeamte, Militär und Staatsanwälte in den Fall eingebunden werden.

Festgenommener Generalstaatsanwalt

Nach Veröffentlichung des Kommissionsberichts wurde der damals zuständige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam festgenommen. Er soll die Ermittlungen so beeinflusst haben, dass der Tathergang nicht ans Licht kommt. Murillo Karam wurde wegen Verschwindenlassens, Folter und Behinderung der Justiz angeklagt.

jj/rb (dpa, epd, ap)