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Metaverse verlieren: Hat Mark Zuckerberg gezockt?


Stand: 27.10.2022 09:52 Uhr

Mit dem Metaversum wollte Mark Zuckerberg sein Unternehmen in die digitale Zukunft führen – bisher geschah dies nur mit Verlusten. Der Umsatz von Meta sinkt zum zweiten Mal in Folge, die ersten Investoren werden nervös.

Von Nils Dampz, ARD Studio Los Angeles

Die Wartemusik passt nicht wirklich, dafür ist sie viel zu fröhlich. Die Telefonkonferenz, bei der die Quartalszahlen verlesen werden, startet in Kürze. Und für Meta-Chef Mark Zuckerberg waren das schönere Veranstaltungen.

Gleich zu Beginn gibt es aber positive Nachrichten:Die Community wächst weiter – in diesem Quartal“, sagt Zuckerberg. Die Nutzerzahlen steigen über alle Meta-Plattformen hinweg. Dazu zählen insbesondere Facebook, WhatsApp und Instagram.

Krieg, Inflation und Konkurrenz halbierten die Gewinne

Und dann fasst Zuckerberg in sieben Sekunden die drei größten Probleme von Meta zusammen: globale Wirtschaftsentwicklung, Werbeeinbußen und steigende Kosten durch langfristige Investitionen. Für ihn heißen die Probleme nicht Probleme, sondern:„challenging dynamics“ – herausfordernde Dynamik. Klingt einfach besser.

Die Welt hat sich verändert. Der Krieg in der Ukraine, die Inflation, viele Unternehmen geben weniger für Werbung aus – das alles ist nicht gut fürs Geschäft. Harte Konkurrenz gibt es auch durch die Video-App TikTok, die jüngere Leute interessanter finden als Instagram. Alles Gründe für die schwachen Zahlen. Denn im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent auf knapp 28 Milliarden Dollar. Der Gewinn ist fast halb so hoch und liegt jetzt bei 4,4 Milliarden US-Dollar.

Weniger Umsatz, steigende Kosten

Im vergangenen Jahr hat Apple die Datenschutzeinstellungen auf seinen iPhones geändert. Werbung kann daher nicht mehr unbedingt so zielgerichtet angezeigt werden. Das bringt weniger Geld ein und bedeutet laut Zuckerberg vor allem: steigende Kosten durch langfristige Investitionen.

Er meint das Metaversum. Zuckerbergs große Vision. Außerdem benannte er seine Gruppe von Facebook in Meta um. Digitale Welten, Virtual-Reality-Brillen, all das soll irgendwann das mobile Internet sein. Der Nachfolger des Smartphones. Aber die großen Pläne haben bisher allein in diesem Quartal große Verluste gemacht: 3,7 Milliarden US-Dollar, über 9 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.

Kritik an Zuckerbergs Metaverse

„Ich glaube nicht, dass Metas Strategie mit dem Metaversum funktionieren wird“, sagte der Analyst und Zuckerberg-Kritiker Roger McNamee gegenüber CNBC. Wer erfolgreich sein will, muss eine ganz bestimmte Sache spektakulär gut machen, sagt McNamee.

Meta will sozusagen ein Betriebssystem für das gesamte Metaversum bauen. Und das sei „unglaublich schwierig“, so der Analyst. Die Folge der schlechten Zahlen könnte ein Stellenabbau sein, während der Pandemie ist Meta stark gewachsen.

Erste Anleger werden unruhig

Zuckerbergs Weg, praktisch alles auf eine Karte zu setzen, nämlich die Entwicklung des Metaversums, wird mit solchen Zahlen nicht einfacher. Brad Gerstner, Chef einer amerikanischen Investmentfirma und großer Meta-Investor, hat bereits einen offenen Brief an Zuckerberg geschrieben. Er fordert, deutlich weniger Geld in das Metaverse zu stecken.

Mit dem Metaverse gezockt? Mark Zuckerbergs größte Probleme

Nils Dampz, ARD Los Angeles, 27.10.2022 7:44 Uhr